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Auswandern nach Mallorca – so wird’s ein Erfolg

Keine Lust mehr auf Schnee im Winter? Endlich jeden Morgen am Meer spazieren gehen? Mallorca ist die Trauminsel vieler Deutscher. Sicher einer der Gründe, warum mehr als 19.000 Deutsche dauerhaft auf der Insel leben. Unterschätzen sollte die Auswanderung niemand. Jedes Jahr kommen auf erfolgreiche Auswanderer auch Existenzen, die gescheitert sind. Wie läuft eine Auswanderung ab? Was ist dabei zu beachten?

Auswandern nach Mallorca
Neue Heimat Mallorca

Bild: Mallorca ist eine traumhafte Insel – doch ein Leben dort sollte entsprechend vorbereitet werden. Bildquelle: KeinBetrug.de

Einfach so Mallorca auswandern: Kein Problem, oder?

Dank der Tatsache, dass Mallorca zu Spanien gehört – und damit Teil der EU ist – sollte das Auswandern recht einfach sein. Allerdings sollte niemand den Fehler machen, eine Auswanderung mit Dauerferien zu verwechseln. Einerseits muss sich auch in Mallorca irgendwann Alltag einspielen. Auf der anderen Seite gelten – auch wenn im Rahmen der EU die Länder näher zusammenrücken – für das Dauerwohnen auf Mallorca immer noch eigene Regeln.

Wohnsitz, Moneten etc. – es sind viele Fragen zu klären

So stellt sich unter anderem die Frage, ob sich der Wohnsitz so einfach auf die Mittelmeer-Insel verlegen lässt. Manchmal beginnt bereits hier die Auswanderung stressig zu werden – wenn nicht klar ist, bei welchen Behörden sich Auswanderer aus Deutschland melden müssen.

So ist mit dem Verlegen des Wohnsitzes eine Meldung im zuständigen Ausländerbüro (Extranjería) und auf der Gemeinde notwendig. Wie geht es danach weiter? Wer auswandern will, braucht Geld. Entweder ist das Portemonnaie prall gefüllt – oder es muss schnell ein Job her.

Und natürlich brauchen auch Auswanderer ein Dach überm Kopf. Von Deutschland mit einigen tausend Kilometern zwischen Mallorca und dem aktuellen Wohnsitz schwierig zu bewerkstelligen. Wenn zu wenig Kapital für eine eigene Finca auf Mallorca vorhanden ist, können Einwanderer auch von Deutschland aus an Weihnachtslotterie „El Gordo“ teilnehmen.

Probieren geht über Studieren - Vorbesuche sind ratsam

„Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut.“ – Arthur Schnitzler

Job, Wohnung oder Haus oder das Reinschnuppern ins spanische System der Kinderbetreuung – viele Aspekte der Auswanderung sollten eigentlich im Vorfeld geklärt werden. Trotzdem wagt ein Teil der Auswanderer den Sprung ins kalte Wasser. Und muss überrascht feststellen, dass der Auswanderung Steine im Weg liegen. Dabei hätten sich viele Hürden aus dem Weg räumen lassen – wenn sie vorher bekannt gewesen wären.

Die Liebe zur Insel beginnt meist mit den Ferien auf Mallorca. Wieder zu Hause, reift der Plan an eine Auswanderung. Mit dem verklärten Blick des Urlaubs im Hinterkopf entsteht schnell ein falsches Bild. Wie dieser Entwicklung vorbeugen?

Raus aus dem Hotel: Die Insel vorher austesten

Wirkungsvoll und einfach ist der Tipp, Mallorca als Vorbereitung auf die Auswanderung häufiger zu besuchen. Aber: Es geht hier nicht um die Ferien, sondern:

  • den Wohnungsmarkt
  • das Kita-System
  • das spanische Schulsystem
  • die rechtlichen Rahmenbedingungen

kennenzulernen und Hindernisse auszuloten. Parallel werden diese Vorbesuche benutzt, um dem Arbeitsmarkt auf den Zahn zu fühlen. Oder sich zu fragen, welcher Markt ausreichend Potenzial hat, um eine Selbständigkeit in Mallorca zu tragen.

Hintergrund: Auswanderer kommen auf die Insel mit der scheinbar zündenden Geschäftsidee. Einmal angekommen, lernen sie schnell ihre Fehleinschätzung. Das Geschäft, welches den großen Teil der Ersparnisse aufgezehrt hat, läuft nicht und wird zum Groschengrab.

Das liebe Geld - wie lässt sich das finanzieren?

Grundsätzlich gilt – aufgrund der EU-weit angewandten Freizügigkeitsabkommen – für deutsche Auswanderer, dass Arbeiten auch ohne spezielle Arbeitserlaubnis möglich ist. Nicht unterschätzt werden sollte der bürokratische Aufwand für:

  1. Beantragung der Ausländernummer NIE (numéro de identificación extranjero)
  2. Beantragung der Steuernummer NIF (numéro de identificación fiscal)
  3. Eintragung ins Ausländerregister.

Nähere Infos dazu lassen auch auf exteriores.gob.es finden.

Achtung: Wer selbständig tätig sein will, muss die branchenspezifischen Regeln im Auge behalten. Auch in Spanien kann nicht jeder aus einer Laune heraus einfach ein Restaurant oder einen Strandkiosk eröffnen.

Fakt ist: Wer auf Mallorca leben will, braucht Rente oder Job. Letzteres kann:

  • ein Angestelltenverhältnis
  • das Home-Office (Stichwort Digital Nomad)
  • die Selbständigkeit

sein. Die Kosten für Wohnung, Büro und Geschäftsräume sowie die laufende Lebenshaltung müssen irgendwann finanzierbar sein. Nur wer als Auswanderer diese Positionen im Auge – und immer den Überblick behält, wird auf lange Sicht erfolgreich sein.

Das neue Zuhause - wo soll es sein?

Eine wichtige Entscheidung ist der Wohnort. Mit einem kleinen Kind direkt an der Partymeile – wenig sinnvoll. 20 Kilometer vom nächsten Kindergarten und der Schule entfernt wird sich später ebenfalls als problematisch erweisen. Generell handelt es sich hier um eine sehr individuelle Entscheidung. Einfließen müssen die Lage und Infrastruktur genauso wie der Weg ins Büro und zum Strand. Wer Einsamkeit sucht, ist mit einer Finca im Inselinneren gut beraten. Viele Auswanderer wird es aber eher in die Orte Mallorcas mit Strandnähe ziehen.

Ohne Bürokratie geht's nicht - Wie sieht es rechtlich aus?

Einwandern ist auf den ersten Blick einfach. Aber: Neben den bereits genannten Rahmenbedingungen gibt es weitere Aspekte zu beachten. Hierzu gehört zum Beispiel der Umtausch des Führerscheins innerhalb von 24 Monaten. Oder die Neuanmeldung des Fahrzeugs.

Wer dauerhaft auf Mallorca leben und arbeiten will, ist nicht nur in Spanien steuerpflichtig. Es muss auch in die Sozialversicherung eingetreten. Für Kinder sind zudem die Betreuung und Schule zu organisieren.

Auswandern nach Mallorca als Rentner - an die Zukunft denken

Mallorca zieht nicht nur junge Familie oder Paare mit der vermeintlich zündenden Geschäftsidee an. Die Insel ist auch ein Paradies für alle, die ihren Lebensabend im angenehmen Klima des Mittelmeers verbringen wollen. Rentner müssen allerdings einige Punkte im Auge behalten. Dazu gehört auch die Frage, was im Pflegefall passiert oder wenn der Partner verstirbt.

Mobilität: Die Wege werden immer schwieriger

Heute topfit und morgen im Rollstuhl unterwegs – ganz so schnell geht es auch bei Senioren selten. Aber: Wird sich mit dem Ausstieg aus dem Erwerbsleben für Mallorca als neuer Lebensmittelpunkt entschieden, muss an die wachsenden Herausforderungen bei der Mobilität gedacht werden. Barrierefreiheit heißt, in Wohnung und Haus allein zurechtzukommen.

Parallel stellt sich die Frage, ob im Alter – mit den körperlichen Einschränkungen – die Teilhabe am sozialen Leben noch möglich ist. Die Finca abseits der Touristenzentren ist herrlich zum Genießen des ursprünglichen Mallorcas. Für den Fall eingeschränkter Mobilität kann das Ganze allerdings zum Bumerang werden.

Der Partner als Fels in der Brandung - leider nicht immer ewig

Gemeinsam auswandern – für Paare kommt nichts anderes in Frage. Und so entscheiden sich Rentner gemeinsam für den Abschied aus Deutschland. Zusammen den Ruhestand genießen und Zeit sich steht jetzt im Mittelpunkt. Leider wächst mit dem Alter auch das Risiko für gesundheitlich Probleme wie:

  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt

Verstirbt ein Partner, nehmen die Herausforderungen zu. Hinterbliebene drohen auf der Insel – Kinder und Enkel wohnen weit entfernt in Deutschland – zu vereinsamen. Um diesen Trend zu verhindern, sollte sich noch als Paar um ein wachsendes soziales Umfeld gekümmert werden.

Mit dem eigenen Hund nach Mallorca auswandern - geht das?

Deutsche Familien, die ihre Sachen packen und auf die Mittelmeerinsel auswandern wollen, haben nicht nur Erinnerungen und den Hausrat im Gepäck. Oft soll auch der Hund mit auswandern. Während für den Menschen die Einreise unkompliziert abläuft, kann eine Auswanderung für den Hund zur Odyssey werden. Halter müssen wissen, auf was es ankommt.

Was sagt das Recht?

Generell ist es laut sgi-mallorca.com möglich, den Vierbeiner mit auf die Insel zu bringen. Jeder Halter hat die Pflicht, sich vorab umfassend zu informieren. Was Hunde in jedem Fall brauchen, sind:

  1. Tollwut-Impfung

Die Nachweise hierfür gibt es in Deutschland – unter anderem von den zuständigen Amtstierärzten. Darüber hinaus sollte das Tier gechipt und die Papiere (EU-Heimtierausweis) müssen sein.

Ein wie in Deutschland heikles Thema sind Kampf-/Listenhunde. In diese Gruppe gehören unter anderem Rassen wie:

  • Pit-Bullterrier,
  • Staffordshire-Terrier,
  • American Staffordshire-Terrier,

Hierfür gelten gesonderte Bestimmungen – auch für die Einreise. In einigen Regionen können sogar Verbote gelten.

Hund nach Mallorca

Bild: Auch Hunde sind auf Mallorca willkommen – es gibt jedoch einiges zu beachten. Bildquelle: Keinbetrug.de

Was ist zu beachten?

Im Auge sollten Halter immer behalten, dass Spanien allgemein bei der Hundeliebe nicht die gleiche Leidenschaft wie Deutschland mitbringt. So sind Hunde an Stränden eher weniger gern gesehen. Und auch die Gastronomiebetriebe sehen Hunde nicht selten skeptisch. Ein weiterer Punkt betrifft das Klima. Langfellige Vierbeiner leiden im Sommer unter der Hitze.

Auswandern nach Mallorca – Checkliste

Schritt
Vor der Auswanderung:
Wohnungssuche für die ersten Monate
Jobsuche (Achtung: Viele Jobs sind saisonal)
Klärung Kinderbetreuung/Schule
Persönlicher Gesundheitscheck mit Impfstatus
Vorbereitung Haustiere/Hund
Auflösung Wohnung in Deutschland
Auf Mallorca:
Anmeldung Kinder (Kita/Schule)
Anmeldung Sozialversicherung
Anmeldung Steuerbehörde
Führerscheintausch/Fahrzeug anmelden
Registrierung als Residencia

Tabelle 1: Checkliste zum Auswandern nach Mallorca

Fazit: Auswanderung gründlich vorbereiten

Ein Teil der Auswanderer kommt einmal auf die Insel – und will sofort bleiben. Mitunter geht es dann ganz schnell. Oft ist es ratsam, die Auswanderung von langer Hand zu planen. Mit ausreichend Zeit im Rücken findet sich nicht nur eine passende Wohnung und ein Job. Für Kinder ist es dann einfacher, erste Erfahrung mit der Sprache zu sammeln und sich auf das neue Zuhause vorzubereiten. Denn eines will niemand – nach wenigen Monaten wieder mit gepackten Koffern in Deutschland stehen und das eigene Scheitern anzuerkennen.

 


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