Skip to main content

Das Casinospiel Roulette

Roulette - ein Spiel, das die Welt bewegt. Das Rouletterad dreht sich, die schwarzen und roten Felder schwirren vorbei am Auge. Um den Tisch versammelt steht eine Gruppe von Menschen, die gebannt auf die kleine Kugel schauen, ohne die Augen abwenden zu können. Für einen Moment steht die Zeit still, bis sich die Kugel auf einem Feld niederlässt und so über Gewinn oder Verlust entscheidet - und nicht selten über ganze Lebensschicksale.

Was ist Roulette

Roulette ist eines der bekanntesten und beliebtesten Glücksspiele, das weltweit vor allem in Spielbanken gespielt wird. Hier ist zu unterscheiden zwischen "dem" Roulette und "die" Roulette: Das Roulette ist das Spiel an sich, während die Roulettemaschine als die Roulette bezeichnet wird.

Die Historie

Über den Ursprung von Roulette kursieren diverse Geschichten: Zum Teil wird er dem Mathematiker Blaise Pascal zugeschrieben, der in Frankreich gelebt hat. Allerdings hat Pascal lediglich Aufsätze verfasst über die Wahrscheinlichkeitsrechnung mit den Titeln "Suite de l'histoire de la roulette" und "Histoire de la roulette". Das Wort Roulette bezeichnet im Französischen aber auch Zykloide. Somit beruht der Schluss, Blaise Pascal habe das Roulette erfunden, auf einem sprachlichen Missverständnis.

Andere Spuren führen in das Italien des 17. Jahrhunderts: So wird in Meyers Konversationslexikon das Große Roulette als Italienisches Roulette bezeichnet.
So wird spekuliert, dass das Rouletterad genau wie das Glücksrad auf das Rad der Fortuna zurückzuführen ist, einer Göttin aus der römischen Antike, die auch als Göttin des Schicksals bezeichnet wird.

Wichtig Kein Betrug

Im 18. Jahrhundert erreichte Roulette Frankreich, wo Ludwig XV. versuchte, das Spiel ohne Erfolg zu verbieten. Unter Napoleon konnte das Spiel zumindest in den Spielhäusern des Palais Royal in Paris legal gespielt werden, bis diese von Louis-Philippe I. geschlossen wurden.

In der Zeit ab 1837 erreichte Roulette die Spielbanken in Baden-Baden, Wiesbaden und Bad Homburg. Hier wurde das Double zéro abgeschafft, das den Spielbanken einen entscheidenden Vorteil beim Roulette nahm und das Spiel so für die Teilnehmer attraktiver machte. Andernorts, beispielsweise in den USA, wird noch immer mit Double zéro gespielt. Aus dieser Zeit stammt das bekannte Buch "Der Spieler" über einen Mann, der von der Sucht nach dem Spiel geplagt wurde.

Im Jahre 1872 wurden mit der Gründung des Deutschen Reiches alle nationalen Spielbanken geschlossen. Das Fürstentum Monaco nutzte diese Chance und stärkte seine Spielbank von Monte Carlo. Die deutschen Casinos wurden erst im Jahr 1933 wieder geöffnet.

Mittlerweile ist das beliebte Spiel in der ganzen Welt verbreitet und wird praktisch einheitlich gleich gespielt. Lediglich die Fragen, ob Double zéro inkludiert wird oder was geschieht, wenn die Kugel auf die Null fällt, werden noch zum Teil unterschiedlich beantwortet.

Im Folgenden wird das Spiel anhand des französischen Roulettes erklärt.

Der Tisch

Beim französischen Roulette kommen sogenannte Doppeltische zum Einsatz. Gespielt wird an einem langen Tisch, der mit einem grünen Tuch bespannt ist. In dessen Mitte befindet sich der Roulettekessel, in dem der Lauf der Kugel verfolgt wird. Der Kessel ist in eine Vertiefung eingelassen. An seiner linken und rechten Seite befinden sich die beiden Einsatzfelder, auch Tableau genannt.

An jeder Tischhälfte arbeitet ein "Chef de table". Der Roulettekessel wird von vier Croupiers bedient, an jedem der beiden Kopfenden sitzt ein weiterer Croupier. Insgesamt werden an jedem Tisch acht Angestellte tätig.

Heute sind vermehrt Einfachtische zu finden, die nur ein Einsatzfeld aufweisen. Der Kessel befindet sich nicht mehr in der Mitte, sondern an einer Seite des Tisches. Der Tisch wird nur noch von vier Croupiers bedient.

Die Gewinnzahl wird durch eine weiße Kugel bestimmt, die früher aus Elfenbein gefertigt wurde. Diese wird in den Kessel gegeben, der aus einer Schüssel sowie einer Scheibe besteht, die sich dreht. Die Schüssel, die heute vorwiegend aus Plastik besteht, wurde anfangs aus Ebenholz hergestellt. Auf der Scheibe befinden sich 36 rote und schwarze Felder in abwechselnder Reihenfolge, auf denen Nummern stehen. Ein weiteres grünes Feld trägt die Nummer Zéro.

Der Ablauf der Spiels

Der Croupier fordert die Spieler dazu auf, ihre Einsätze abzugeben ("Faites vos jeux" auf französisch bzw. "Make your bets" auf englisch). Hierbei können entweder die Spieler selbst ihre Jetons auf der Zahl oder auf der Zahlengruppe platzieren, auf die sie setzen möchten, oder der Croupier übernimmt dies für sie. Erraten werden soll die Zahl, auf die die weiße Kugel fällt.

Für jeden Tisch wird ein Minimum und ein Maximum festgelegt, das die Einsätze der Spieler nicht unter- bzw. überschreiten dürfen. Nach dem Setzen der Einsätze dreht der Croupier die Scheibe und wirft die Kugel in den Zylinder. Dies geschieht entgegen der Drehrichtung. Während die Kugel noch in Bewegung ist, werden weiterhin Einsätze angenommen. Schließlich äußert der Croupier "Rien ne va plus" bzw. "No more bets", womit er signalisiert, dass nunmehr keine Einsätze mehr möglich sind. Die Kugel bleibt auf einem Feld liegen und die Gewinnzahl, die Farbe und die gewinnenden einfachen Chancen werden von dem Croupier verkündet. Aus der "Masse", die aus den verlierenden Einsätzen besteht, werden im Anschluss alle Chancen ausbezahlt.

Die Möglichkeiten, Wetten abzugeben

Einfache Chancen

Einsätze können auf verschiedene Möglichkeiten abgegeben werden: Zum einen kann auf eine Farbe gesetzt werden (Schwarz oder Rot, "Noir" oder "Rouge"), auf Ungerade oder Gerade ("Impair" oder "Pair") oder auf Niedrig oder Hoch ("Manque" oder "Passe").

Diese beliebte Wettart wird als einfache Chancen bezeichnet und sichert im Gewinnfall einen 1:1-Gewinn. Da hier auf eine Gruppe von möglichen Gewinnfeldern gesetzt wird, ist die Wahrscheinlichkeit des Gewinnes am höchsten - allerdings sind die Einnahmen aus dem Gewinn entsprechend sparsam.

Mehrfache Chancen

Eine riskantere Wettart, die im Gewinnfall aber auch einen höheren Ertrag bringt, sind die mehrfachen Chancen.

  • Beim "Plein" wird auf eine der Zahlen gesetzt. Fällt die Kugel auf diese Zahl, beträgt die Auszahlungsquote 35:1.
  • Im Rahmen des "Cheval" wird auf zwei Zahlen gesetzt, die auf dem Rad auf benachbarten Feldern liegen. Hier beträgt die Gewinnquote 17:1.
  • "Les trois premiers" bedeutet, dass auf die ersten drei Zahlen, also 0, 1 und 2 gesetzt wird. Der Gewinn beträgt 11:1.
  • Beim "Transversale pleine" wird ebenfalls auf drei Zahlen gewettet. Diese müssen sich aber in einer Querreihe des Rads befinden. Setzt der Croupier die Jetons für den Spieler, gibt der Spieler die niedrigste und die höchste Zahl der Querreihe an, auf die er setzen möchte ("Transversale 19-21"). Auch hier beträgt die Auszahlungsquote 11:1.
  • Beim "Carré" wird auf vier angrenzende Zahlen gesetzt, wieder unter Angabe der jeweils niedrigsten und höchsten Zahl ("Carré 23-27"). Die Gewinnquote beträgt 8:1.
  • "Les quatre premiers" setzt auf die ersten vier Zahlen, also auf 0, 1, 2 und 3. Auch hier beträgt die Quote 8:1.
  • "Transversale simple" setzt auf die sechs Zahlen von zwei Querreihen, die aufeinander folgen und gewinnt mit einer Quote von 5:1.
  • Mit "Douzaines" wird auf eines der drei Dutzende gesetzt, in die die Zahlen des Rades unterteilt sind. Die Gewinnquote beträgt 2:1.
  • "Colonnes" ist eine weitere Einteilung der Ziffern in drei Gruppen, auf die gewettet werden kann. Auch hier beträgt die Gewinnquote 2:1.

Gewinnt ein Spieler, erhält er neben der oben genannten Gewinnquote auch seinen Einsatz zurück. Wer zum Beispiel einen 8:1 Gewinn einstreicht mit einem Wert von 80 Euro, erhält auch seinen Einsatz von 10 Euro zurück. Ihm werden also insgesamt 90 Euro ausgezahlt.

Die Null (Zéro) im französischen Roulette

Wenn die Kugel auf das Feld Zéro fällt, gewinnen ausschließlich die Einsätze, die eine Null in der Zahlenfolge enthalten, auf die gesetzt wurde (beispielsweise 0,1,2,3). Die einfachen Chancen werden gesperrt ("en Prison") und die mehrfachen Chancen, die keine Zéro enthalten, verlieren.

Die Einsätze "en Prison" spielen in der nächsten Runde weiter. Wer also in einer Runde, in der die Kugel auf Zéro fällt, auf Pair gesetzt hat, erhält in dieser Runde nichts, spielt aber in der nächsten mit seinem Einsatz auf Pair weiter. Fällt die Kugel auch dann nicht auf Pair, hat der Spieler den Einsatz verloren.

Fält die Kugel auch in der nächsten Runde auf Null, wiederholt sich der Prozess. Fällt sie allerdings zum dritten Mal auf Null, ist der Einsatz automatisch verloren.

Möchte der Spieler nicht, dass sein Einsatz gesperrt wird, kann er die Hälfte seines Einsatzes herausfordern ("Partagez la masse, s'il vous plaît"). Dies kann er aber nur, wenn der Einsatz ein Vielfaches des Minimums in einer geraden Zahl beträgt, er also halbiert werden kann.

Wer möchte, kann einen gesperrten Einsatz in Grenzen noch einmal verschieben (beispielsweise von Pair auf Impair). Er bleibt noch immer gesperrt, aber der Spieler hat so eine geringe Möglichkeit, mitzuwirken.

Die Null im amerikanischen Roulette

Fällt die Kugel hier auf Zéro, gewinnen ebenfalls die Jetons, die auf eine Kombination gesetzt haben, die die Null enthält. Zudem gewinnt der Einsatz auf die Null selbst.
Die übrigen mehrfachen und einfachen Chancen verlieren.

Das amerikanische Roulette verfügt daneben noch über ein weiteres Feld, die Doppel-Null. Auch hier gewinnen nur die Einsätze auf die Doppel-Null oder auf eine Kombination der Doppel-Null. Alle anderen Einsätze verlieren.

Der Bankvorteil durch die Doppel-Null

Die Verwendung des weiteren Feldes mit der "Double Zero" erhöht die Gewinnchancen des Casinos in den USA um 5,26%. Dies ist ein erheblicher Vorteil im gegensatz zum französischen Spiel. Folglich sind die Chancen der Spieler, in den USA einen Gewinn einzustreichen, bedeutend herabgesetzt.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!