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Festgeld als Sicherheit fürs Depot: Besser als Kombiprodukt

In der jetzigen Zeit lässt sich mit Zinsen auf Sparanlagen nur wenig verdienen. Dennoch setzen viele Deutsche bei ihrer Geldanlage auf vermeintliche Sicherheiten und verzichten auf Experimente. Ein gefragtes Produkt bleibt für sie das Festgeld als Alternative. Banken und Sparkassen stellen sich auf die Wünsche ihrer konservativ anlegenden Kunden ein. Ihnen präsentieren sie Festgeld in Kombi mit anderen Bankprodukten. Ist das eine gute Alternative?

Festgeld als Sicherheit fürs Depot Besser als Kombiprodukt

Sparbuch - Teuer bezahlte Sicherheit

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Eigentlich sollte das Sparbuch als Geldanlage längst aussortiert worden sein. Doch die Bundesbürger lassen sich nicht von ihrem Liebling nicht abbringen. Das liegt an der äußerst geringen Bereitschaft der Sparer in Deutschland, auch mal ein Risiko einzugehen. Diese manische Scheu brachte erst jüngst eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW wieder zu Tage. Die Verbraucherschützer wollten von den Anlegern wissen welches Risiko sie einzugehen bereit sind.

So antworteten die Befragten:

Kein Risiko: Männer 29 Prozent und Frauen 39 Prozent

Wenig Risiko: Männer 41 Prozent und Frauen 43 Prozent

Mittleres Risiko: Männer 25 Prozent und Frauen 16 Prozent

Hohes Risiko: Männer 4 Prozent und Frauen 2 Prozent

Auch das Meinungsforschungsinstitut Forsa stellte Ähnliches fest. In einer repräsentativen Umfrage fanden die Meinungsforscher heraus, dass das Sparbuch noch immer bei 48 Prozent der Befragten die Anlageform der Wahl ist. Dass es praktisch keine Zinsen auf diese Sparform gibt, schreckt die Deutschen offensichtlich nicht ab. Dabei sprechen die Zahlen für sich. Laut der FMH Finanzberatung befindet sich der Spareckzins im Moment bei mageren 0,01 Prozent. Der Inhaber von FHM, Max Herbst begründet die Zuneigung zum Kassenbüchlein so: "Ein Sparbuch gilt als solide. Angst vor einem Kursverlust muss man nicht haben."

Die Gothaer Versicherung ermittelte unter Anlegern, dass diese mit 24 Prozent der Befragten kaum auf Fonds und mit 20 Prozent noch weniger auf Aktien setzen.

Tagesgeld - Schwankender Zins schreckt ab

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Gute Zinsen brachten dagegen bis vor wenigen Jahren noch Tagesgeldkonten. Im Jahr 2008 erzielten Anleger noch 4,3 Prozent, im Jahr 2010 waren es dann 1,20 Prozent Zinsen. In den Jahren 2016 und 2018 lagen die Zinsen für Tagesgeldkonten bei unter 0,5 Prozent. Nach Aussage von FMH reichen Banken heute im Schnitt 0,5 Prozent Zinsen aus (das könnte auch ein Säulendiagramm sein).

Doch es gibt einen Haken: Beim Tagesgeld ändert sich der Zins öfter. Die Stiftung Warentest bemerkt in ihren regelmäßigen Untersuchungen, dass das Zinsniveau bei dieser Anlage volatiler geworden ist. Das hat auch mit dem Wettbewerb zu tun. Anbieter von Tagesgeld gehen mit ihren Offerten deutlich in Bereiche hinter dem Komma und bieten Kunden schlappe 0,01 Prozent mehr als die Konkurrenz. Der Effekt: So rutschen sie in den vergleichenden Tabellen schnell mal nach oben.

Mehr Ertrag und höhere Stabilität bieten zurzeit lediglich Festgeldkonten. Doch auch hier gibt es einen Haken. Für eine vereinbarte Zeit ist das Geld des Anlegers fest in der Anlage gebunden. Wer das akzeptiert und sich etwa für einen 12-Monats-Zeitraum entscheidet, kann derzeit immerhin bis zu 0,95 Prozent Zinsen verdienen. Allerdings sitzen die Anbieter mit einem solchen Zinsniveau zum Beispiel in Rumänien. Hier gilt die gefragte deutsche Einlagensicherung nicht. Legt der Anleger darauf Wert, bekommt beim besten Anbieter im Augenblick 0,50 Prozent an Zinsen.

Festgeld - Kombinationen mit anderen Anlageformen bringen deutlich mehr

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Um Kunden dennoch in Festgeldanlagen zu locken, haben sich Kreditinstitute seit kurzer Zeit etwas einfallen lassen. Sie bieten den sicherheitsbewussten Anlegern zunehmend extra aufgelegte Kombiprodukte. So können Sparer zum Beispiel Tages- und Festgeld kombinieren. Der Vorteil hier: Der Anleger muss den volatilen Zins für sein Tagesgeldkonto nicht ständig im Blick behalten und bei Bedarf umschichten. Flexibel bleibt er trotzdem.

Und das geht so: Ein Teil des Anleger-Geldes geht für eine Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren auf ein Festgeldkonto. Dort bleibt es also fest angelegt. Der andere Teil wird auf ein Tagesgeldkonto gezahlt.

Für das Festgeld ist der Zins in dieser Kombination etwas niedriger als bei vergleichbaren Offerten. Im direkten Vergleich mit dem Tagesgeld anderer Anbieter erzielt der Anleger jedoch einen besseren Zins. Möglich sind bei diesen Kombis immerhin bis 0,50 Prozent.

Festgeld: Kombination mit Fonds bieten mehr

Mit der Kombination aus Festgeld und Fonds lässt sich noch mehr an Zinsen herausholen. Das Prinzip ist hier das gleiche. Ein Teil der Anlagesumme, in der Regel ist es die Hälfte, wird in Festgeld angelegt. Mit dem restlichen Teil kauft der Anleger Fondsanteile. Die Stiftung Warentest hat diese Art von Kombis unter die Lupe genommen.

Drei Angebote im Check

Consorsbank: Festgeld & Fonds Deutsche Bank: Kombiangebot Hypovereinsbank: HVB Kombi-Angebot
Mindestgeldanlage: 5000 Euro Aufteilung Festgeld / Fonds: 50:50 Laufzeit Festgeld: 12 Monate Zins Festgeld: 1,6 Prozent Mindestgeldanlage: 5000 Euro Aufteilung Festgeld / Fonds: 50:50 Laufzeit Festgeld: 6 Monate Zins Festgeld: 2 Prozent Mindestgeldanlage: 10000 Euro Aufteilung Festgeld / Fonds: flexibel Laufzeit Festgeld: 6 - 9 Monate Zins Festgeld: 1,5 Prozent
Bei der Fondsanlage können Anleger wahlweise Anteile von bis zu fünf Fonds von BNP Paribas kaufen. Dafür fällt mit 1,5 Prozent der halbe Ausgabeaufschlag an. Es gibt keine Depotgebühren. Der Anleger kann sich zwischen zwölf Mischfonds von verschiedenen Anbietern entscheiden. Dazu kommen zwei offene Immobilienfonds. Je nach Fonds Der Ausgabe beträgt der Ausgabeaufschlag zwischen einem und vier Prozent. Das Depot kostet 0,14 Prozent pro Jahr. Bei den Fondsanteilen hat der Anleger eine große Auswahl. Neben Fonds stehen auch ETF und Aktien zur Wahl. Die 1,5 Prozent auf das Festgeld gibt es aber nur, wenn der Anleger mindestens die Hälfte des Geldes in Wertpapieren anlegt. Für das Depot werden jährlich 48 Euro an Gebühren fällig.

Festgeld plus Fonds - Das Fazit

Für Anleger, die Sicherheit und Rendite kombinieren wollen, können die Kombiangebote der Banken durchaus interessant sein. Allerdings sollten sie sich die Bedingungen immer ganz genau anschauen. Der Blick sollte hier auf den Ausgabeaufschlag für die Fondsanteile und auf die Depotgebühren gerichtet werden. Und natürlich muss sich auch die Performance der angebotenen Fonds lohnen. Mit einem guten Angebot beim Festgeld und einem Indexfonds, wie etwa bei der Offerte der Hypovereinsbank, holen Sparer derzeit das meiste für sich raus.

Angst, die Wende bei den Zinsen zu verschlafen, weil das Geld fest auf einem Festgeldkonto liegt, müssen Sparer zurzeit nicht haben. Denn der Druck auf die Zentralbanken ist im Angesicht der derzeitigen Krise noch immer sehr hoch. Deshalb wird es die hohen Sparzinsen aus einer längst vergangenen Zeit so schnell nicht wieder geben.


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