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Haushaltsbudget: So ist es bei den Schweizern ums Geld bestellt

Die Schweizer sind bekannt dafür, gut mit Geld umgehen zu können. Mitten in der Eurozone kann das Land mit seinen Franken eine der stärksten Währungen der Welt sein Eigen nennen. Der hohe Lebensstandard und die relativ hohen Gehälter sind prinzipiell die idealen Voraussetzungen fürs Geld sparen. Doch wie sieht es in der Realität aus? Wie viel Geld haben die privaten Haushalte zur Verfügung? Wie viel wird davon tatsächlich ausgegeben und wie viel letztlich gespart?

Haushaltsbudget
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Den Schweizern geht es laut statistischen Zahlen finanziell gut. Bildquelle: pasja1000 / Pixabay

Hohes Einkommen dient als Fundament

Sparen und Konsum funktionieren nicht ohne eine entsprechende Basis. Diese besteht generell aus dem finanziellen Einkommen. In der Schweiz verfügt der durchschnittliche Haushalt über ein Einkommen von über 7.000 Franken im Monat. Laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik flossen davon im Jahr 2016 über 5.000 Franken in Güter und Dienstleistungen. Schuhe und Kleider bezifferten sich dabei auf 210 Franken.

Die Haushaltserhebung des Bundesamtes zeigte aber auch, dass nicht alle privaten Haushalte über das durchschnittliche Monatseinkommen verfügen. Rund 59 Prozent mussten mit weniger Geld auskommen. Der finanzielle Standard ist in der Schweiz verglichen mit anderen Ländern trotzdem sehr hoch. Grundlage für das verfügbare Einkommen bildet das Bruttoeinkommen abzüglich der obligatorischen Abgaben.

Der Lohn bildete dabei die wichtigste Quelle. Das Haushaltseinkommen stammte zu drei Vierteln aus der Erwerbstätigkeit. Renten und Sozialleistungen stellten mit durchschnittlich 19,1 Prozent die zweitwichtigste Einkommensquelle dar. Die restlichen Bezüge waren unter anderem auf das private Vermögen und Überweisungen aus anderen Haushaltungen etwa in Form von Alimenten zurückzuführen.

Sparen bis zum Reichtum

Das hohe Einkommen ermöglicht den Eidgenossen einige Franken zur Seite zu legen. Laut einer Umfrage des Magazins Bilanz sparen die Schweizer im Schnitt jeden Monat 1.285 Franken ihres gesamten Einkommens. Befragt wurden rund 4.000 Menschen. Neben der Summe kristallisierte sich heraus, dass die Schweizer einen konservativen Umgang mit ihrem Geld pflegen. Die meisten legen ihre Ersparnisse klassisch auf einem Konto an, obwohl es in Zeiten von Negativzinsen praktisch keine Vermögensanhäufung mit sich bringt.

Die hohe Liquidität ist zwar an eine finanzielle Flexibilität geknüpft, hat aber für das konsumorientierte System Konsequenzen. Im Durschnitt reicht das Geld auf dem Konto für eine 19-monatige Deckung der Lebenserhaltungskosten. Selbst jüngere Generation wie die 20- bis 30-Jährigen können sich dank dem Ersparten bis zu 15 Monate über Wasser halten. Selbst über 60-Jährige sind über zwei Jahre finanziell abgesichert.

In puncto Aktien und Obligationen hält sich die schweizerische Bevölkerung augenscheinlich zurück. Rund 85 Prozent der unter 30-Jährigen haben laut der Studie noch nie auch einen Franken angelegt. Die 30- bis 40-Jährigen haben in diesem Bereich schon mehr Erfahrung. Hier hat jeder zweite bereits mit Anlagen hantiert. Bei den 50- bis 60-Jährigen waren es immerhin zwei Drittel.

Die generelle Freude am Sparen findet sich auch in den Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wieder, die die Sparquote der privaten Haushalte aus über 30 OECD-Staaten verglichen haben. Die Schweizer erzielten im Jahr 2016 eine Quote von 18,8 Prozent und erreichten damit im internationalen Ranking Rang zwei. Nur die Chinesen waren mit 36,14 Prozent sparfreudiger.

Wie kann so viel gespart werden?

Dank der hohen Einkommensdichte sind die Schweizer in der Lage, viel Geld zur Seite zu legen. Doch nicht nur die Einkommensstruktur ist für die sparfreudige Attitüde verantwortlich, sondern auch der bewusste Umgang mit Finanzen. Die Eidgenossen gehen traditionell bedacht vor, wenn es ums Geld geht. Obwohl ein Großteil der eigenen Einkünfte in Güter jeglicher Art investiert wird, bleibt genug für die hohe Kante übrig.

Im Umkehrschluss zeigt dieser Umstand, dass beim Einkaufen oder Shoppen ein sensibilisierter Konsum vonstattengeht. Schnäppchenportale wie Mein-Deal.com bieten dafür eine ideale Anlaufstelle. Hier kann trotz konsumfreudiger Attitüde einiges an Geld gespart werden. Doch natürlich ermöglichen all die Deals und Sonderangebote nicht allein so große Summen, die gespart werden können. Andere Faktoren, die speziell auf die individuelle Situation der einzelnen Haushalte abzielen, haben ebenfalls eine tragende Rolle.

Traum vom Eigenheim

Wer spart, hat meist ein größeres Ziel vor Augen. Natürlich wird manchmal auch einfach ein finanzieller Puffer angelegt, der in den berühmt-berüchtigten schlechten Zeiten angegriffen wird, doch in der Regel soll das Ersparte einer speziellen Anschaffung dienen. Laut den Informationen des Tages-Anzeigers ist und bleibt das Eigenheim einer der größten Träume der Schweizer. Rund drei Viertel der heutigen Mieter sind an einem Erwerb von Wohneigentum interessiert. Trotz des großflächigen Wunsches nach Eigentum, bildet die Schweiz nach den Angaben von Eurostat mit einer Wohneigentumsquote von 43 Prozent das Schlusslicht im europäischen Vergleich.

Von den befragten Familien gaben nur 37 Prozent an, derzeit im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu leben. Die übrigen 73 Prozent wohnen zur Miete, sind aber grundsätzlich daran interessiert, in den kommenden zehn Jahren Wohneigentum zu erwerben.

Um sich den großen Traum von Wohneigentum leisten zu können, sparen Schweizer Familien im Durschnitt bis zu acht Jahre. Das Lebensversicherungsunternehmen Swiss Life veröffentlichte in seiner diesbezüglichen Studie, dass 47 Prozent der Eigentümer ihr Heim im Alter von 30 bis 35 Jahren kaufen. Die beliebteste Finanzierungsmöglichkeit ist dabei die Kombination aus Hypothek und Eigenkapital. 92 Prozent greifen auf diese Methode zurück.

Dafür setzten 71 Prozent im Durschnitt 200.000 Franken Eigenkapital oder weniger ein. Lediglich sieben Prozent sind in der Lage, mehr als 400.000 Franken aufzubringen. Die durchschnittliche Höhe der Hypothek beläuft sich auf 553.000 Franken. Dabei erfüllt sich die Hälfte ihren Wohntraum mit Hilfe der Verwandtschaft.

Nicht jeder kann Geld sparen

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Dieses Sprichwort trifft auch auf die Schweizer beim Thema Sparen zu. In einer Umfrage erörterte Comparis.ch das Sparverhalten von 1.011 Personen. Das Ergebnis zeigt, dass nicht bei allen das Budget reicht, um etwas Geld zur Seite zu legen. Rund 14 Prozent geben monatlich das gesamte Einkommen aus. Bei einem Verdient von unter 4.000 Franken im Monat sind es 21 Prozent.

Vier Prozent der Bevölkerung leben sogar des Öfteren über ihre Verhältnisse. Bei finanziellen Engpässen würden 60 Prozent der Befragten dazu tendieren, bei Freunden oder der Familie Geld zu borgen. Personen, die schon einmal einen Privatkredit aufgenommen haben, würden zudem viel eher auf ein erneutes Darlehen zurückgreifen.


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