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Loverboys – gefährliche Herzensbrecher

Jeder Vater und jede Mutter kennt den langen Weg, der nötig ist, um die eigene Tochter ins selbstständige Leben zu entlassen. Jahre über Jahre haben Sie Ihrer kleinen Prinzessin Windeln gewechselt, ihr das Laufen beigebracht, mit ihr gekuschelt, damit sie einschlafen kann – haben sie getröstet, wenn sie Sorgen hatte, körperliche und seelische Wunden versorgt und sie durch Kindergarten, Schule und Ausbildung begleitet.

Sie haben den langen und manchmal steinigen Weg zum Erwachsenwerden hautnah mitverfolgt und alles gegeben, um die Persönlichkeit zu formen, das Selbstvertrauen zu stärken und sie bestmöglich auf das Leben außerhalb der elterlichen vier Wände vorzubereiten. Und alles mit nur einem einzigen Ziel – damit sie auf ihrem Lebensweg glücklich wird.

Loverboys

Leider gibt es immer wieder Menschen, die auf skrupellose Weise eine „reine“, unvoreingenommene und gutgläubige Seele für ihre eigenen Interessen ausnutzen. Menschen, die vor nichts zurückschrecken, um aus einem anderen Menschen auf perverseste Art einen finanziellen Vorteil zu ziehen. Menschen, die ohne jede Empathie gewissenlos glückliche Mädchen oder junge Frauen bei der Partnersuche ins Unglück stürzen. Menschen wie die sogenannten „Loverboys“.

Frage Kein Betrug

Wichtig: In diesem Artikel möchten wir vor derartigen Machenschaften warnen, die perfiden Methoden dieser Menschenfänger beleuchten und Tipps geben, wie man derartige Verbrecher erkennen kann, um das Schlimmste zu vermeiden.

Was sind Loverboys?

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Aber schauen wir uns einmal an, was man unter diesem Begriff eigentlich genau versteht. Im Wesentlichen handelt es sich bei einem sogenannten Loverboy um einen jungen Mann, der es versteht, noch jüngere Mädchen in seinen Bann zu ziehen, in eine Abhängigkeit zu manövrieren und sie schließlich dazu zu bringen, sich für ihn zu prostituieren. Für einen Loverboy zielt die komplette Interaktion mit dem Opfer einzig und allein auf finanzielle Vorteilsnahme ab.

Um dies zu erreichen, werden alle (emotionalen) Register gezogen. Ein Loverboy finanziert sich auf diese Weise einen nicht selten durchaus aufwändigen Lebensstil. Dafür reicht ein Opfer alleine oftmals nicht aus, weshalb viele derartig Kriminelle die gleiche Masche nacheinander oder gegebenenfalls auch zeitgleich bei mehreren jungen Frauen anwenden.

Warum fallen Frauen überhaupt auf Loverboys rein?

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Vielen Menschen, die noch nie selbst mit derart manipulativen Leuten zu tun hatten, erschließt es sich einfach nicht, warum Frauen immer wieder auf einen solchen Loverboy reinfallen und letztlich sogar zugunsten seines Kontostandes ihren eigenen Körper verkaufen. Schnell lässt man sich angesichts derartiger Geschichten zu vorschnellen „das könnte mir nie passieren“-Parolen hinreißen.

Damit allerdings tut man nicht nur den Opfern Unrecht; man macht es sich auch selbst ein wenig zu einfach. Der Grund dafür ist oftmals, dass die manipulativen Fähigkeiten eines Loverboys völlig unterschätzt werden.

Sie sollten sich daher von diesem eher harmlos anmutenden Begriff keinesfalls blenden lassen. Bekanntermaßen neigen junge Männer eher dazu, ihre Partner während ihrer „Sturm- und Drangzeit“ hier und da schon mal in teils erstaunlicher Frequenz zu wechseln.

Wichtig: Die Loverboy-Methoden haben jedoch nichts mit den testosterongesteuerten heranwachsenden Männern zu tun, die hier und da mal eine Diskobekanntschaft mit nach Hause nehmen.

Mit spontanen Hormonausschüttungen haben die Loverboys wenig gemein, weshalb dieser oft angestellte Vergleich bzw. Versuch der Verharmlosung von der Realität kaum weiter entfernt sein könnte.

Der „typische“ Loverboy

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Bei Loverboys handelt es sich zumeist um Männer, die mehrere Parameter, die viele Frauen als anziehend beschreiben würden, ineinander vereinen. Zunächst einmal legt der Loverboy viel Wert auf sein Äußeres. Schließlich ist die Optik eines der wichtigsten Werkzeuge, um überhaupt mit den Opfern ins Gespräch zu kommen.

Daher sind Loverboys zumeist von sportlicher Statur, nicht selten sonnengebräunt und lassen beim Lächeln schneeweiße Zähne zum Vorschein kommen, die mit dem Lineal gezogen worden sein könnten. Körperbetonte Kleidung ist zudem obligatorisch.

Fast noch wichtiger als die Optik ist jedoch das Auftreten des Loverboys. Sehr häufig berichten Betroffene in diesem Kontext von sehr charismatischen, eloquenten Menschen, die es im Handumdrehen schaffen, jemanden in ihren Bann zu ziehen. Häufig strahlen diese zudem Erfolg aus, was sie mit kostenintensiver Kleidung, einer stattlichen Armbanduhr und/oder einem teuren Auto gerne unterstreichen – Eindruck schinden gehört schließlich zum Plan.

Wichtig: Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es sich bei der „Medizin“, welche Loverboys ihren Opfern unauffällig „injizieren“, um eine Mischung aus Ausstrahlung, Optik und Eloquenz handelt.

Das „typische“ Opfer

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Nachdem wir uns nun die Blaupause für einen sogenannten Loverboy angesehen haben, betrachten wir uns nun die andere „Partei“ in dieser perfiden Charade. Das bedauernswerte Opfer. In aller Regel ist Manipulation das Fundament, auf dem Loverboys ihren Plan aufbauen. Nur wer dafür besonders anfällig ist, passt perfekt in das abgesteckte „Beuteschema“.

Nun stellt sich die Frage, wer in besonderem Maße für Manipulationen aller Art zugänglich ist und in die Planungen des Loverboys passt, was eine künftige „freiwillige Zwangsprostitution“ anbetrifft.

Wenn man in diesem Kontext also eine „Zielgruppe“ definieren müsste, bestünde diese im Wesentlichen aus jungen Frauen zwischen 16 und 25 Jahren. Fehlende Lebenserfahrung mit einer Portion Naivität gepaart und im Idealfall mit fehlendem sozialem Halt garniert. So sieht das „Gericht“ aus, welches dem Loverboy besonders gut schmeckt. Diese Kombination verspricht schnellen und einfachen Erfolg.

Eine unsichere junge Frau, die ihren Weg noch nicht gefunden hat und daher noch leicht formbar scheint. Und wenn sie keinen Kontakt zu ihrer Familie hat und idealerweise auch nicht viele Freunde, die sie vor derartigen Machenschaften warnen und sie aus den Fängen des Loverboys befreien könnten, umso besser.

Wo trifft man auf Loverboys?

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Bevor wir uns der beliebtesten „Jagdgebiete“ und der typischen Masche eines Loverboys widmen, sollten Sie sich klar und deutlich vor Augen führen, dass nahezu nichts spontan oder aus Emotionen heraus passiert. Jeder einzelne Schritt, jeder Kuss, jede Umarmung, jeder Flirt und jedes Gespräch sind Teil eines ausgeklügelten, mehrfach bewährten und verfeinerten Plans.

Es ist ein Geschäft und hat nichts, aber auch gar nichts mit Emotionen zu tun. Auch wenn es einem „normal“ denkenden Menschen schwerfällt, sich eine solche Kaltblütigkeit vorzustellen, gibt es etliche Berichte von Betroffenen und teilweise sogar von ehemaligen Loverboys, die genau das bestätigen.

Der Plan der Loverboys beginnt schon mit der Suche nach einem vermeintlich leichten Opfer. Für gewöhnlich waren Discos das bevorzugte Revier dieser Kriminellen. Hier trafen die Loverboys auf ihre bevorzugte Klientel – junge Frauen. Im schummrigen Licht der Discobeleuchtung hatten und haben es die Loverboys vergleichsweise einfach, sich den arglosen jungen Damen zu nähern und die ersten Schritte ihres Planes in die Tat umzusetzen.

Die ausgelassene Stimmung am Freitag- oder Samstagabend, die lockere Atmosphäre und sicherlich auch ein gewisser Alkoholpegel haben die Disco zu einem perfekten Ort für derart perfide Pläne werden lassen.

Mittlerweile hat sich in dieser Richtung jedoch Einiges verschoben. Zwar tummeln sich Loverboys nach wie vor gerne in Discos und Clubs; allerdings haben sich durch die rasante Entwicklung des Internets ganz neue Möglichkeiten für Menschen mit derartigen kriminellen Intentionen ergeben.

Online-Dating-Börsen – Sammelbecken für Loverboys

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Nachdem die ersten Online-Dating-Börsen nennenswerte Erfolge und damit auch regen Zulauf verbuchen konnten, dauerte es nicht lange, bis immer mehr findige Unternehmer ein Stück vom großen Kuchen abbekommen wollten. Zu gewinnträchtig erschienen derartige Portale, als dass man darauf hätte verzichten wollen.

Im Ergebnis sprossen virtuelle Dating-Plattformen förmlich wie Pilze aus dem Boden. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Einige dieser Seiten bestehen bis heute, viele jedoch konnten sich im harten Konkurrenzkampf nicht durchsetzen und verschwanden schnell wieder von der Bildfläche. Was die Machenschaften der Loverboys anbetrifft, so war mit diesen Portalen die Büchse der Pandora geöffnet worden. Plötzlich ergaben sich für derlei Menschen ganz neue Möglichkeiten zum Akquirieren neuer Opfer. Und die Reichweite war enorm.

Nun konnten nicht mehr nur ein paar Damen in der Disco anvisiert werden; stattdessen war es nun möglich, eine erheblich höhere Zahl an potentiellen Opfern zu ködern. Und das auch noch zeitgleich und quasi ohne geographische Grenzen.

Wichtig: Noch heute sind derartige Portale ein wahrer Tummelplatz für Menschen mit zweifelhaften Absichten. Die Nutzerprofile wirken hier wie ein Sammelsurium an „Opfer-Sedcards“ für die Loverboys. Alter, Interessen, streckenweise sogar persönliche Informationen werden hier oftmals bedenkenlos wie auf einem Silbertablett serviert.

Der Loverboy kann hier also vor dem ersten gewechselten Wort bereits eine Vorauswahl anhand von Kriterien treffen, die er in einer Disco so nie oder nur sehr begrenzt in Erfahrung hätte bringen können. Ein wahres Paradies für Loverboys also.

Die Masche der Loverboys

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Ob in der Disco oder zunächst auf virtuellem Wege – die Masche der Loverboys ähnelt sich in beiden Fällen beträchtlich. Nachdem dieser ein Opfer auserkoren hat, kommt es zur ersten Kontaktaufnahme.

Auch wenn diese Menschen nach wie vor auch in Discos aktiv sind, treiben sie doch mittlerweile eher auf Online-Dating-Portalen ihr Unwesen, weshalb wir die Masche nun auf dieser Basis erklären möchten.

Die erste Kontaktaufnahme geschieht zumeist mit eher unverfänglichen, aber dennoch schmeichelhaften Nachrichten. Loverboys sind meist Profis, die auch Komplimente genau zu dosieren wissen. Übermäßige Lobhuldigungen werden Sie in der ersten Kontaktaufnahme daher eher nicht finden. Das wäre viel zu plump und würde entweder nicht ernst genommen werden oder schnell auffliegen.

Deshalb wird in der ersten Nachricht zumeist lediglich darauf hingewiesen, dass der Betreffende beispielsweise Ihr Profil interessant fand und Ihnen daher nun schreibt, weil er gerne mehr über diese interessante Person erfahren möchte. Oftmals betont der Loverboy, dass er ja eigentlich sehr schüchtern sei und so etwas normalerweise nicht mache, er aber, weil er Sie so interessant findet, all seinen Mut für diese erste Nachricht zusammengenommen hat.

Formulierungen wie diese dienen einem bestimmten Zweck. Mit einer solchen Nachricht setzt er Sie unterbewusst ein wenig unter Druck. Schließlich möchten Sie ja jemanden, der ihretwegen seinen ganzen Mut zusammennehmen musste, nicht noch bestrafen, indem Sie ihn abwimmeln. So viel Mut muss schließlich belohnt werden, richtig? Also antworten Sie ihm. Diesen Druck, ihm deshalb zurückzuschreiben, verspüren Sie jedoch nur unterbewusst. Das ist eine typische subtile Masche, mit der die Manipulation bereits beginnt.


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