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Poker lernen

Fixed Limit Hold’em – Einführung

Du hast dich entschieden deine erste oder eine neue Pokervariante zu erlernen? Prima, denn das Spielen von Fixed Limit Hold’em (FL) - oder kurz Limit Hold’em – bietet dir die Möglichkeit, ein Verständnis für grundlegende Pokerkonzepte zu entwickeln. Fixed Limit Hold’em ist dabei alles andere als langweilig! Oft sind mehrere Spieler, die sich nicht von Ihrer Hand trennen können im Pot, sodass die Pottgröße anschwillt. Fixed Limit Partien eignen sich sehr gut die Varianz als Teil des Pokerspiels zu begreifen. Dein Ziel ist, dass du die Wahrscheinlichkeiten beständig für dich spielen lässt. In diesem Artikel erfährst du was du beim Spielen von Fixed Limit Partien zu beachten hast, um ein erfolgreicher Spieler zu werden. Dabei lernst du den Unterschied zwischen Bets und Blinds und Fixed Limit gegenüber No Limit kennen. Weiterhin erfährst du, welche Hände du erhalten kannst und wie die Wertigkeit einzuschätzen ist und wo du pokern kannst, bzw. welches Online Casino Poker ebenfalls im Angebot hat.

Der Unterschied zwischen Bets und Blinds

Jeder Spieler erhält zwei Karten und kann damit in die erste Setzrunde einsteigen. Bei Fixed Limit Partien gibt es vier Setzrunden (Preflop, Flop, Turn, River). Die Beträge, die gesetzt werden können sind festgelegt durch das gewählte Limit. Vor dem Flop und auf dem Flop werden die Beträge als Small Bets bezeichnet. Der Turn und River verlangen Big Bets als Einsatz. In jeder Setzrunde darf maximal drei Mal erhöht werden. Die letzte Erhöhung bezeichnet man als Cap, wonach nicht mehr erhöht werden darf.

Die Blinds sind Zwangseinsätze, die in jeder Pokerpartie zu entrichten sind. Deine Einsätze – die sogenannten Bets - entrichtest du freiwillig, wenn du dich mit deinem Blatt am Pott beteiligen möchtest. Der Spieler nach dem Dealer-Button (Kartengeber) entrichtet den kleinen Zwangseinsatz (Small Blind). Der Spieler links vom Small Blind entrichtet den großen Zwangseinsatz (Big Blind). Wenn Du eine Partie Fixed Limit Hold’em wählst, dann entscheidet der Betrag nicht über die Blinds, die zu entrichten sind, sondern über die Bets, über die Einsätze während der Setzrunden. Die Höhe dieser Einsätze ist der Tischbezeichnung zu entnehmen. „Fixed Limit $1/$2" gibt beispielsweise an, dass der Small Bet $1 und der Big Bet $2 betragen. Die Blinds leiten sich von der Small Bet ab. Der Big Blind ist gleich der Small Bet. So zahlst Du in einer Partie FL $1/$2 im Small Blind $0.50 und im Big Blind $1.00. Allerdings ist es ein Irrtum, wenn du annimmst, dass der Small Blind immer der Hälfte des Big Blind entspricht, wie dir folgende Tabelle zeigt:

Limit Small Blind Big Blind Verhältnis Small Blind: Big Blind
$1/$2 $0.50 $1 1:2
$3/$6 $1 $3 1:3

In den ersten beiden Setzrunden (vor dem Flop und am Flop) kann immer nur eine Small Bet gesetzt oder um eine Small Bet erhöht werden. In den letzten beiden Setzrunden (also nach der Turn- und der River-Karte) kann dann nur ein Big Bet gesetzt bzw. um einen Big Bet erhöht werden.

Bleiben wir beim Beispiel mit der Partie „Fixed Limit $1/$2“: Vor und nach dem Flop werden 1$ gesetzt oder erhöht. Auf dem Turn und River hingegen werden 2$ gesetzt oder erhöht.

Wie startest du in eine Partie Fixed Limit Hold’em?

Die erste Merkregel besteht darin, dass du dich mit mindestens 25 Big Bets an einen Tisch einkaufst. Beispiel: In der Partie „Fixed Limit $1/$2“ entsprechen $50 den angegeben 25 Big Bets. Der Sinn dahinter erschließt sich, wenn du den maximalen Einsatz einer Hand berechnest: Dieser beträgt 12 Big Bets! Das ist der höchste Ertrag, den du mit der maximalen Auszahlung einer Monsterhand erwirtschaften kannst. Dieser kommt dann zu Stande, wenn alle vier Setzrunden bis zum Maximum (CAP) erhöht wurden.

In der Beispielpartie „Fixed Limit $1/$2“ kannst du vor dem Flop maximal vier Mal erhöhen. Das entspricht $4. Ebenso auf dem Flop. Auf Turn und River entspricht das maximale Erhöhen einem Gegenwert von jeweils $8. Somit kannst du maximal $4+$4+$8+$8 = $24 in eine Hand investieren, was 12 Big Bets entspricht. Demzufolge kann dir Einkauf mit weniger als 25 Big Bets nicht empfohlen werden, da du unmittelbar nach dem Verlust einer Hand nachkaufen müsstest.

Wenn du dich an einen Fixed Limit Hold’em-Tisch platzierst, solltest du auf die Position des Big Blind warten, bevor du in die Partie einsteigst. So sparst du unnötige Einsätze. Ungeduldige Spieler können am Cut-Off oder Button in das Spiel eingreifen.

Als Einsteiger oder Umsteiger wird dir empfohlen - wie bei jeder neuen Pokervariante -, das Spiel um geringe Beträge zu betreiben und auf diese Weise Erfahrungen zu sammeln. So kannst du die ersten Einsätze als Lehrgeld interpretieren, das später zu ‚mehr Geld‘ werden soll.

Fixed Limit Hold’em versus No Limit Hold‘em

War Fixed Limit Hold’em früher in den Casinos die populärste Pokervariante, ist diese Spielform heutzutage fast ausschließlich online anzutreffen. Hier ist sowohl auf den kleinsten Limits, wie auch an den Tischen mit den großen Blindstufen eine Vielzahl von Gegnern anzutreffen. Ein Großteil mittlerweile erfolgreicher Spieler hat mit Fixed Limit begonnen, da man sich durch diese Spielform ein umfassendes Pokerwissen erarbeiten kann, was keineswegs beim Spielen von No Limit Hold’em oder Turnieren schadet – eher im Gegenteil!

Die Höhe der Einsätze ist im Gegensatz zu No Limit Hold’em festgelegt. Das bedeutet, dass du nicht beliebige Beträge setzen kannst. Somit bist du auf deinem Weg zum erfolgreichen Pokerspieler nicht mit überdimensionierten Bets und schwierigen All-In-Situationen konfrontiert. Die Kehrseite der Medaille: Auch die Möglichkeiten deiner Gewinne mit einer Hand sind begrenzt.

No Limit Hold’em-Partien sind in Bezug auf die Einsätze dadurch gekennzeichnet, dass es keine feste Setzgrößen gibt und man mindestens den Big Blind und maximal alle Chips setzen kann. Dies bringt sowohl Vor- wie auch Nachteile mit sich, wobei Fehler hier aber im Normalfall deutlich teurer bestraft werden als beim Fixed Limit.

Was du beim Spielen von Fixed Limit Partien wissen solltest?

In Fixed Limit Hold‘em-Partien sind die Beträge festgesetzt, was das Spiel mathematisch in sehr genaue Bahnen lenkt. Jede einzelne Runde sollte zum Ziel haben, maximale Bets mit der besten Hand zu gewinnen und möglichst wenige Einsätze mit der zweitbesten Hand zu verlieren.

Insbesondere auf den niedrigen Limits gilt: Eine große Anzahl von Spielern kämpft um den Pot. Unerfahrene Spieler können bei dieser Spielvariante viel Geld verlieren, da oft mit mittelmäßigen bis schlechten Händen gespielt wird. Frei nach dem Motto „es konnte ja nur wenige Dollar die nächste Karte zu sehen“. Mit einer schwachen Hand mitzuspielen kostet nicht viel. Einem Draw nachzujagen und auf die glückliche Karte zu hoffen, eben so wenig. Jedoch nur in dem Moment – denn eine solche Spielweise führt langfristig in den Bankrott. Entwickle Geduld und Selbstkontrolle, als deine wichtigen Schlüsselfaktoren zum Erfolg. Ebenso bedeutend ist die richtige Handauswahl und das Erkennen und Anwenden von Faktoren wie Position und Aggression. Diese werden dir in den nächsten Artikeln vermittelt.

Was den guten vom weniger guten Spieler unterscheidet? Er weiß, ob er noch profitabel spielt. Denn die Grundsatzfrage, die sich der gute Spieler bei jeder Entscheidung stellt: Wenn ich in dieser Situation immer diese oder jene Entscheidung treffe, erwirtschafte ich dann ein Plus oder nicht? Willst du ein erfolgreicher Fixed Limit Spieler werden, dann musst du konsequent nach dem Konzept der Wertigkeit spielen. Dazu gehört das Treffen von logischen und richtigen Entscheidungen die deine Bankroll beständig anwachsen lässt.

Um deine Konzentration an dem Tisch bzw. an den Tischen an denen du spielst zu steigern, versuche jede Aktion der Gegner genau zu beobachten und Notizen über die Spieler zu machen. Dies wird die helfen, dich nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen, da du so schon genug beschäftigt bist. Zudem ist es profitabel für dich, zu wissen, wie deine Gegner spielen, da du diese Informationen bei späteren Entscheidungen berücksichtigen kannst. Spiele nicht, wenn Du übermüdet oder abgelenkt bist.

Somit sind beim Spiel von Fixed Limit Hold’em-Partien komplexe Entscheidungen zu treffen. Wer diese in der Vielzahl richtig fällt, erhält einen Vorsprung gegenüber den Gegnern in jeder einzelnen Hand, der sich auf die Gewinne auswirkt. Gerade Anfänger haben so genügend Action ohne sich zu langweilen und in die Versuchung zu geraten, zu viele Tische gleichzeitig zu spielen.

Welches Blatt hat welche Wertigkeit?

Dieser Abschnitt setzt dich in Kenntnis darüber, welche Blätter welche Stärke vorweisen. Du unterscheidest in drei Arten von Händen:

  • Gemachte Hände / Made Hands
  • Unfertige Hände / Draws
  • Wertlose Hände / Trash

Gemachte Hände sind Hände, die aus einem Paar oder besser bestehen, sodass die Möglichkeit besteht, dass du den Showdown ohne weitere Verbesserung gewinnst. Folgende „made hands“ sind für dich von Interesse:

Deine Hand Der Flop Kategorie
AK A83 Top Pair
JJ 25T Overpair
AQ AQ2 Two Pair
QT QQ4 Drilling
88 A8K Set
QK JT9 Straße / Straight
AhKh 4h7h3h Flush
QQ QJJ Full House

Hände der Kategorie Two Pair, Drilling, Set, Straße, Flush oder Full House werden als Monsterhände bezeichnet, weil diese sehr stark sind.

Unfertige Hände benötigen noch mindestens eine Gemeinschaftskarte, um sich aus den beiden Starthänden zu einer fertigen Hand zu entwickeln. Du unterscheidest folgende Arten von Draws:

Deine Hand Der Flop Kategorie Bemerkung
AhKh Tc5s2d Overcards Die Karten deiner Starthand sind höher als die Karten auf dem Flop. Da der Flop dir keine besseren Hände als Top Pair ermöglicht, hältst du Overcards als einzige Verbesserungsmöglichkeit.
KQ T94 Gutshot Straight Draw Deiner Hand fehlt der „Bube“ zur Straße. Als „Gutshot“ wird jede Kombination bezeichnet, der die ‚innere‘ Karte fehlt um sich zu einer Straße zu vervollständigen.
AhKh TcQs2d Overcards + Gutshot Straight Draw Hier werden die Eigenschaften von Overcards und dem Gutshot Straight Draw kombiniert, was dir bessere Draw-Möglichkeiten verschafft.
98 J75 Double Gutshot Straight Draw Deine Hand besitzt die Möglichkeit zwei Straßen zu bilden, da jeweils eine ‚innere Karte‘ fehlt.
JT 982 Open Ended Straight Draw (OESD) Deine Hand besteht aus vier aufeinanderfolgenden Karten. Es fehlt das „obere“ und „untere“ Ende, um eine Straße zu vervollständigen.
KhQh Th5h3s Flush Draw Deine Hand hält vier Karten der gleichen Farbe. Es fehlt noch eine Karte um den Flush zu vervollständigen.
KsQs JsTs3c Monster-Draw Deine Hand besteht aus vier direkt aufeinander folgenden Karten, sowie vier Karten der gleichen Farbe. Das ermöglicht dir sowohl die Chance auf einen Flush, wie auch auf eine Straße.

Unter wertlosen Händen werden alle Hände verstanden, die nur wenig oder gar keine Chancen besitzen sich zum besten Blatt zu entwickeln.

Fazit

Fixed Limit Hold’em bietet die Möglichkeit wichtige Pokerkonzepte in klarer Form zu lernen! Aufgrund der festgelegten Setzstruktur eignet es sich ideal für den Einstieg. Es entfällt praktisch die Entscheidung über die Höhe des zu setzenden Betrages. Du musst nur wissen, dass die zu bringenden Einsätze auf Turn und River (Big Bets) doppelt so viel wie vor und auf dem Flop (Small Bets) betragen. Damit riskierst du keine zu großen Verluste durch eine einzige Hand, wie es bei No Limit (NL) oder Pot Limit (PL) der Fall sein kann. Dennoch sind Fixed-Limit-Partien keine Selbstläufer! Nun wer sich intensiv mit der Theorie befasst und sein Spiel weiterentwickelt, ist in der Lage, die unterschiedlichen Fixed Limit Hold’em-Partien zu schlagen. Je besser man sich vorbereitet, umso höher steigen die Erfolgsaussichten!

Die Bezeichnung eines Tisches bezieht sich nicht auf die Blinds, sondern auf den Mindestbetrag, der vor und nach dem Turn gesetzt werden muss. Du kaufst dich mit mindestens 25 Big Bets an einen Tisch ein. Mit der Angabe in Big Bets wird im Pokerjargon in Fixed-Limit-Partien gerechnet.

Der Fehler vieler Spieler, insbesondere auf den niedrigen Limits: Es werden zu viele Starthände gespielt und sich zu spät von der Hand getrennt. Bluffs lohnen sich daher fast nie und eine trickreiche Spielweise wird selten belohnt. Niedrige Limits schlägst dadurch, dass du profitable Hände spielst und dessen mathematischen Vorteil ausnutzt.

Bevor du deine Strategie für den verschiedenen Setzrunden kennenlernst, erfährst du im nächsten Artikel welche Bedeutung dein vorhandenes Kapital auf das Spiel hat: Bankroll-Management.

Fixed Limit Hold’em – Bankroll Management

Besonders Anfänger unter- oder überschätzen den Einfluss des Faktors Glück. Du solltest verhindern, dass dieser Faktor weder deine Entscheidungen, noch den weiteren Verlauf deiner eigenen Entwicklung zu sehr bestimmt. Aus diesem Grund ist es notwendig, das entsprechende Kapital – sprich die richtige Bankroll – zur Verfügung zu haben. Nur so kannst du den Schwankungen trotzen und vermeidest den Verlust deines Startkapitals. In diesem Artikel erfährst du, welche Bankroll-Strategie du anwendest. Dafür werden dir Hinweise gegeben, ab wann du eine Stufe (Limit) aufsteigen kannst und wann es ratsam ist, eine Stufe abzusteigen.

Warum benötigst du ein Bankroll-Management?

Als Bankroll wird das komplette zur Verfügung stehende Geld auf deinem Pokerkonto bezeichnet. Der Verlust deines Kapitals ist gleichzusetzen mit einem leeren Tank im Auto: Du kannst nicht mehr spielen und müsstest „nachtanken“. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es unbedingt notwendig deine Einsätze im Verhältnis zu deinem Gesamtkapital zu wählen.

Egal wie gut ein Spieler Theorie und Praxis beherrscht: Poker ist vorrangig ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Das bedeutet, dass du trotz bestem Spiel nicht jede Hand gewinnen kannst! Deine Bankroll muss Phasen, in denen du mehrere Hände verlierst, verkraften können.

Das Bankroll-Management bestimmt:

  • ab welchem Kontostand du eine Stufe aufsteigen kannst
  • ab welchem Kontostand du eine Stufe absteigen musst.

Spielst du Limits mit einer zu geringen Kapiteldecke steigt die Wahrscheinlichkeit dein komplettes Kapital zu verlieren.

Die 300-Big-Bet-Regel

Wie du bereits in der Einführung gelernt hast, wird beim Fixed-Limit immer in Big Bets gerechnet. Eine Big Bet entspricht zwei Big Blinds. Die Big Bet ist dein Einsatz auf Turn oder River. Ein solides Bankroll-Management besteht in der Anwendung der so genannten 300-Big-Bet-Regel: Diese besagt, dass du MINDESTENS 300 Big Bets benötigst um auf einem Limit spielen zu können. Somit gilt:

Hast du nur noch 300 oder weniger Big Bets des Limits erreicht, das unterhalb deines gespielten Limits liegt, musst du absteigen! Sobald dein Pokerkonto auf 300 oder mehr Big Bets des nächst höheren Limits angestiegen ist, kannst du wieder aufsteigen.

Beispiel: Deine Bankroll beträgt 55 Dollar. Du hast zuletzt $0.15/$0.30 gespielt. Die Mindestanforderung für dieses Limit beträgt $0,30 * 300 = $90. Du steigst in das nächst niedrigere Limit $0.10/$0.20 ab.

Durch die konsequente Anwendung der 300-BB-Regel steigst du erst dann eine Stufe höher, wenn deine Bankroll auch Phasen von Verlusten verkraften kann. Somit besitzt du die Minimalvoraussetzung für den Aufstieg auf die nächst höhere Stufe.

Deine Marschroute für den sicheren Limitaufstieg oder Wie viel Kapital ist für das Spiel auf verschiedenen Stufen notwendig?

Ausgangspunkt ist das Startkapital in Höhe von 50 Dollar, dass dir von CardCoaches bereitgestellt wird. Mit diesem Geld startest du auf der Stufe $0.10/$0.20. Ab welcher Bankroll du in die nächsthöhere Stufe aufsteigen kannst und bei welcher Grenze du in die nächstkleinere Stufe absteigen musst, zeigt dir diese Übersicht.

FL FR Stufe 0 $0.05/$0.10 Stufe 1 $0.10/$0.20 Stufe 2 $0.15/0.30 Stufe 3 $0.25/0.50 Stufe 4 $0.50/$1.00
unterste Grenze für den Aufstieg $50 $90 $150 $300 ca. $500
unterste Grenze für den Abstieg bankrott $30 $60 $90 $150

Tabelle Bankroll-Management Fixed Limit Fullring

Stufe 1:

Du spielst $0.10/$0.20

Aufstieg auf Stufe 2 sobald du $90 erreicht hast.

Abstieg auf $0.05/$0.10 bei spätestens $30.

Stufe 2:

Du spielst $0.15/$0.30

Aufstieg auf Stufe 3 sobald du $150 erreicht hast.

Abstieg auf Stufe 1 bei spätestens $60.

Stufe 3:

Du spielst $0.25/$0.50

Aufstieg auf Stufe 4 sobald du $300 erreicht hast.

Abstieg auf Stufe 2 bei spätestens $90.

Stufe 4:

Du spielst $0.50/$1.00

Abstieg auf Stufe 3 bei spätestens $150.

Die 300-BB-Regel ist als unterste Grenze für den Limitaufstieg im Fullring zu verstehen. Bist du eher eine „vorsichtige Natur“, kannst du diese Grenze auf 400 oder 500 BB hoch setzen, um dich nicht unnötig unter psychischen Druck zu setzen.

Bankroll Shorthanded Spiele

Beim Shorthanded-Spiel gibt es eine kleine Anpassung: Du benötigst mindestens 500 Big Bets als Poster für das jeweils zu spielende Limit. Grund hierfür sind die höheren Schwingungen deiner Resultate, denen du beim Shorthandedspiel ausgesetzt bist. Auch hier darfst du einen höheren BB-Wert für den Aufstieg festlegen, wenn dieser dich mental bei deinem Spiel stützt. Ab welcher Bankroll du an den Shorthanded-Tischen in die nächsthöhere Stufe aufsteigen kannst und bei welcher Grenze du in die nächstkleinere Stufe absteigen musst, zeigt dir diese Übersicht.

FL SH Stufe 0 $0.05/$0.10 Stufe 1 $0.10/$0.20 Stufe 2 $0.15/0.30 Stufe 3 $0.25/0.50 Stufe 4 $0.50/$1.00
unterste Grenze für den Aufstieg $100 $150 $250 $500 ca. $1000
unterste Grenze für den Abstieg bankrott $50 $100 $150 $250

Tabelle Bankroll-Management Fixed Limit Shorthanded

Mit welchem Teil deiner Bankroll setzt du dich an einen Tisch?

Neben solidem Bankroll-Management ist auch der Betrag, mit dem du dich an dem Tisch einkaufst, von Bedeutung. Schließlich kannst du nur das Geld einsetzen, was du mit an den Tisch gebracht hast. Damit du deine starken Hände auch maximal ausbezahlt kommen kannst, ist es wichtig über ausreichend Kapital am Tisch zu verfügen. Dafür ist es aber keineswegs notwendig, dass du dich mit deiner kompletten Bankroll an den Tisch setzt. Theoretisch solltest du in der Lage sein, in jeder Setzrunde das Maximum zu investieren. Das wären 2 x 4 Small Bets + 2 x 4 Big Bets = 12 Big Bets.

Damit du nicht unmittelbar nach dem Verlust einer Hand oder dem Zahlen der Blinds nachkaufen musst, kaufst du dich mit dem Mindestbetrag von 25 Big Bets der jeweiligen Stufe am Tisch ein. Die folgende Übersicht zeigt dir den Mindestbetrag der jeweiligen Stufe:

Stufe Mindestbetrag mit dem du dich am Tisch einkaufst
$0.10/$0.20 $5,00
$0.15/$.030 $7,50
$0.25/$0.50 $12,50
$0.50/$1.00 $25.00

Verfügst du nur noch über einen Betrag von 12 Big Bets am Tisch, kaufst du auf den Betrag von 25 Big Bets nach. Somit stellst du sicher, dass du im Falle einer starken Hand die theoretisch maximale Auszahlung gewährleisten kannst.

Fazit

Ohne Geld kein Spiel! Verstehe dein gesamtes Kapital auf deinem Pokeraccount als deine Rücklage für potentielle Verluste. Damit du nicht die Fehler vieler unerfahrener und ungeduldiger Spieler wiederholst, wird dir empfohlen dich konsequent an das Bankroll-Management zu halten:

Verfüge über mindestens 300 Big Bets deines gespielten Limits. Hast du nur noch 300 oder weniger Big Bets des Limits erreicht, das unterhalb deines gespielten Limits liegt, musst du absteigen! Den Abstieg solltest du nicht als Niederlage oder Versagen werten: Sei intelligent und beweise, dass du auch Krisensituationen meistern kannst.

Die Anwendung der 300-BB-Regel vermeidet, dass ein kurzfristig ungünstiger Verlauf oder eine Pechsträhne deine Bankroll unnötig vernichtet. Damit vermeidest du, dich in die Liste der Spieler einzureihen, die ihr Startkapital einbüßten, weil sie kein Bankroll-Management betrieben haben. Übrigens bewahrt dich solides Bankroll-Management nicht nur vorm Bankrott, sondern schont auch deine psychische Belastung.

Damit du in jeder Setzrunde das theoretische Maximum einer Hand setzen kannst, kaufst du dich mit mindestens 25 Big Bets an einem Tisch ein. Spätestens wenn du nur noch über 12 Big Bets am Tisch verfügst, kaufst du auf 25 Big Bets nach.

Damit du nicht unnötig in kostspielige Hände verwickelt wirst, die sich beim Showdown nur als zweitbeste Hand offenbaren, erfährst du im nächsten Abschnitt mit welchen Händen du in eine Fixed Limit-Partie einsteigst.

Das Spiel vor dem Flop (Grundlagen)

Du weißt nun wie Fixed Limit Hold’em gespielt wird und auf welche Handkategorien du abzielst. Deine Bankroll ist gefüttert und du setzt dich an die virtuellen Tische. Aber mit welchen Händen beteiligst du dich im Kampf um den Pott und welche foldest du besser ohne auch nur einen Cent zu investieren? Welche Bedeutung haben dabei die Position und Aktionen deiner Gegenspieler? In diesem Artikel erhältst du den Starting Hand Chart (SHC), der dich für deinen Einstieg zum Spiel vor dem Flop berät. Dabei werden sowohl deine Position, wie auch die bis zu dir durchgeführten Aktionen der Gegner berücksichtigt. Die richtige Anwendung des SHC versetzt dich in die Lage Fehler vor dem Flop zu vermeiden, die deine Bankroll in Luft auflösen.

Die grundlegende Strategie: Ausgangspunkt Position

Das richtige Preflop-Spiel legt einen soliden Grundstock um bei Fixed Limit Hold’em zu gewinnen, denn die beste Hand ist die einzige Hand, die beim Poker ausbezahlt wird. Neben deinen Karten spielt deine Position am Pokertisch eine entscheidende Rolle. Die Position ist die zweitwichtigste Komponente des Wertes deiner Hand. Wie kannst du deine Position bestimmen?

Du bestimmst deine Position ausgehend vom Dealerbutton, der den Kartengeber symbolisiert. Dabei zählst du entgegen dem Uhrzeigersinn die Plätze ab. Die in der Grafik dargestellten Farben helfen dir deine Position leichter zu bestimmen:

Grün – Späte Position (Dealerbutton und Cut-Off [der Spieler rechts vom Button])

Orange – Mittlere Position

Rot – Frühe Position

Blau – Blinds (Big Blind und Small Blind)

Es kann durchaus vorkommen, dass am Tisch nicht jeder Platz besetzt ist oder ein Spieler aussetzt. In dem Fall fällt einfach die erste der frühen Positionen weg. Fehlen zwei Spieler, dann fällt auch die zweite frühe Position weg usw.

Die Position gibt an, wie viele Spieler nach dir an der Reihe sind. Schnell wird klar, dass weniger Spieler nach dir die Wahrscheinlichkeit verringert, dass ein Spieler eine bessere Hand als du hält. Daraus ergibt sich: Je mehr Spieler nach dir an der Reihe sind, desto stärker muss deine Starthand sein!

Die verschiedenen Positionen am Pokertisch sind bedeutend mit einer unterschiedlichen Menge an Auskünften. Die beste Position hat immer der Dealer, da dieser außer beim Spiel vor dem Flop in allen folgenden Runden als letzter handelt. Somit kann er die Aktionen der Gegenspieler beobachten und erhält die meisten Informationen. Prinzipiell ist es ein kleiner Vorteil in später Position zu agieren. In später Position hast du während der nachfolgenden Setzrunden zwei Vorteile:

  • Du kannst sehen was deine Gegner machen, bevor du an der Reihe bist. So kannst du dich auf bisherige Bets und Raises dazu entscheiden eine normalerweise gute Hand zu folden.
  • Wenn deine Gegner an der Reihe sind, wissen diese nicht, was du machen wirst. So wissen deine Gegner nicht, ob du bieten wirst, wenn diese checken oder wirst du raisen, wenn diese bieten. Das Spiel deiner Gegner basiert dann auf Vermutungen, was du zu deinem Vorteil ausnutzen kannst.

Die Hände im Starting Hand Chart: Tight is right!

Es ist ein sehr wichtiger Teil der Strategie von Holdem möglichst zu vermeiden, dass man gegen eine überlegene Hand in der Falle sitzt. Der beste Weg, dies zu umgehen besteht darin, dass du vor dem Flop die Hände weglegst, die dafür sehr anfällig sind. Das Starting Hand Chart ist für den Einsteiger so ausgelegt, dass nur Hände ausgewählt wurden, die eine positive Gewinnerwartung vorweisen können. Es spielt keine Rolle wie gut du sonst spielst, wenn du (zu) oft mit den falschen Starthänden beginnst, wirst du auf lange Sicht verlieren. Es gibt schließlich auch keinen Grund Hände zu spielen, die keine Gewinne einbringen werden. Es gibt drei Arten profitabler Preflop-Hände: Premiumhände, Top-Pair-Hände und spekulative Hände.

Unter Premiumhänden versteht man sehr starke Blätter, wie zum hohe Pocket Pairs oder hohe gleichfarbige (suited) Karten. Diese lassen sich gegen viele oder wenige Gegenspiele gleich gut spielen und vereinen die besten Eigenschaften der Starthände. Top-Pair-Hände bestehen aus zwei hohen ungleichfarbigen (offsuited) Karten. Diese gewinnen eine Vielzahl von kleinen bis mittelgroßen Showdowns, wenn du das Top Pair triffst und dieses zum River hält. Spekulative Hände sind entweder niedrige Pocket Pairs oder niedrige verbundene gleichfarbige Karten. Spekulative Hände spielen sich besser gegen viele Gegner und benötigen eine starke Verbesserung, um den Showdown zu gewinnen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, den Flop preiswert zu sehen. Spekulative Hände sind nicht oft erfolgreich – wenn aber doch, werden daraus hervorragende Hände, die meist große Potts gewinnen.

Lesen des Starting Hand Chart

In den nachfolgenden Übersichten siehst du, welche Starthände du in welcher Position wie zu spielen hast. Wenn du an der Reihe bist prüfst du, ob deine Hand im SHC aufgeführt ist. Ist dies der Fall, prüfst du an welcher Position du dich befindest. Das ist die Spalte in der du nachschauen musst. Danach berücksichtigst du die Aktionen, die deine Gegner bisher getätigt haben und führst die dort angegebene Anweisung aus. Das ist die Zeile in der du nachschauen musst.

Die Karten werden wie in der nachfolgenden Übersicht entsprechend den englischen Bezeichnungen abgekürzt:

Karte Abkürzung
Ass / Ace A
König / King K
Dame / Queen Q
Bube / Jack J
Zehn / Ten T

Die Karten von „Zwei“ bis „Neun“ werden als Ziffer notiert. Gleichfarbige Karten werden als „suited“ bezeichnet und mit einem kleinen „s“ gekennzeichnet. So steht „AKs“ für die Kombination Ass-König einer Farbe. Ungleichfarbige Karten werden als „offsuited“ bezeichnet und mit einem kleinen „o“ versehen. Demzufolge steht „AKo“ für die Kombination Ass-König verschiedener Farben.

Das Starting Hand Chart

Sehr starke Starthände: AA, KK, QQ, AKs, AKo

Aktionen der Gegner vor dir Frühe Position Mittlere Position Späte Position Small Blind Big Blind
Es ist unbedeutend, wie deine Gegner agieren. RAISE RAISE RAISE RAISE RAISE

Starke Starthände: JJ, TT, 99, AQs, AQo, AJs

Aktionen der Gegner vor dir Frühe Position Mittlere Position Späte Position Small Blind Big Blind
Alle folden. RAISE RAISE RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler callt. RAISE RAISE RAISE RAISE RAISE
Zwei oder mehr Spieler callen. RAISE RAISE RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler raist, ohne Caller FOLD RAISE RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler raist, mindestens 1 Caller CALL CALL CALL CALL CALL

Mittelstarke Starthände: AJo, ATs, ATo, KQs, KQo

Aktionen der Gegner vor dir Frühe Position Mittlere Position Späte Position Small Blind Big Blind
Alle folden. RAISE RAISE RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler callt. FOLD RAISE RAISE RAISE RAISE
Zwei oder mehr Spieler callen. FOLD RAISE RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler raist, ohne Caller FOLD FOLD FOLD FOLD CALL
Ein Spieler raist, mindestens 1 Caller FOLD (Ausnahme KQs: CALL) FOLD (Ausnahme KQs: CALL) FOLD (Ausnahme KQs: CALL) FOLD (Ausnahme KQs: CALL) CALL

Starke spekulative Starthände: Paare von 88 bis 22, KJs, KTs, QJs, QTs, JTs, T9s

Aktionen der Gegner vor dir Frühe Position Mittlere Position Späte Position Small Blind Big Blind
Alle folden. FOLD FOLD RAISE RAISE RAISE
Ein Spieler callt. FOLD FOLD FOLD CALL CHECK
Zwei oder mehr Spieler callen. FOLD FOLD CALL CALL CHECK
Ein Spieler raist, ohne Caller FOLD FOLD FOLD FOLD FOLD
Ein Spieler raist, mindestens 1 Caller FOLD FOLD FOLD FOLD FOLD

Hand 1

QQ in früher Position

Du hast nur einen oder zwei Spieler vor dir. Du erhöhst in jedem Fall und möchtest so viel wie möglich Geld in den Pott bekommen. Vermeide den Fehler eine Falle stellen zu wollen, indem du nur callst und somit viele Spieler einlädst um den Pott zu kämpfen. Je mehr Spieler in einem Pott involviert sind, desto anfälliger ist deine Starthand.

Hand 2

77 in späterer Position

Du besitzt ein kleines Pocket-Paar und zwei Spieler callen den Einsatz. Es gibt keinen Grund zu raisen, aber auch keine Notwendigkeit zu folden. Du callst wie im SHC empfohlen ebenfalls und hoffst darauf dein Set zu treffen.

Hand 3

KJo im Big Blind

Vor dir ist geschieht bereits einiges an Aktion: Ein Spieler raist und zwei weitere callen. So gut dir dieses Blatt auch gefallen mag, du orientierst dich am SHC und foldest diese Hand, da du meist von besseren Starthänden dominiert bist.

Raises und das SHC – Wie reagierst du auf Raises nach dir?

Wenn du das SHC aufmerksam studiert hast, hast du festgestellt, dass du alle Hände außer denen, der Kategorie „Sehr starke Starthände“ bei mehr als einem Raise vor dir foldest. Wie reagierst du aber auf Raises nach dir? Du unterscheidest zwei Szenarien, die in dieser Tabelle aufgelistet sind:

Aktion nach dir Deine Aktion
Es wurde genau einmal nach dir geraist. Alle Hände der Kategorie „Sehr starke Starthände“ erhöhst du weiter bis zum Maximum. Mit allen anderen Händen callst du die Erhöhung.
Es wurde mehr als einmal nach dir geraist. Alle Hände der Kategorie „Sehr starke Starthände“ erhöhst du weiter bis zum Maximum. Alle Hände der Kategorie „Starke Starthände“ callst du. Alle anderen Hände foldest du.

Hand 4

JJ in früher Position

Du raist aus früher Position. Alle Spieler folden, bis auf den Button. Dieser raist und der Big Blind entscheidet sich nochmal zu raisen. Für einen weiteren Raise ist die Hand nicht stark genug, aber für einen Fold kommt sie ebenfalls nicht in Frage: Du callst.

Fazit

Getreu dem Motto keine großen Köder für kleine Fische zu verschwenden, spielt der erfolgreiche Fixed Limit Hold’em-Spieler nur eine begrenzte -  eine profitable – Anzahl an Starthänden. Je früher man am Tisch positioniert ist, umso stärker müssen die zu Spielen beabsichtigten Hände sein. Erfreulicherweise ist das Erlernen, mit welchen Händen du raisen, callen oder folden solltest der vermutlich einfachste Schritt auf dem Weg zum Winning Player.

Das Starting Hand Chart gibt den Wegweiser für die richtigen Hände vor. Dieser berücksichtigt neben der Stärker deiner Starthand (Tight is right!) auch deine Position und die bisherigen Aktionen der Gegner. Damit vermeidest du den typischen Anfängerfehler zu viele (schlechte) Hände zu spielen. Bis auf Hände der Kategorie „Sehr starke Starthände“, legst du alle anderen Hände bei mehr als einem Raise vor dir ab. Drucke dir das Starting Hand Chart aus und halte dich an die Vorgaben zur optimalen Gestaltung deines Preflopspiels – deine Bankroll wird es dir danken.

Im nächsten Abschnitt wird das Spiel nach dem Austeilen der ersten drei Gemeinschaftskarten untersucht. Hier erfährst du wie du deine Starthand am besten weiterspielen solltest.

Fixed Limit Hold’em – Das Spiel auf dem Flop (Grundlagen)

Der Flop ist die zweite Setzrunde. Auf dem Flop werden drei weitere Karten – die so genannten Gemeinschaftskarten – ausgeteilt. Jeder in der Hand verbliebene Spieler kombiniert diese mit seinen eigenen Karten. Da sich Fixed Limit hauptsächlich als Spiel nach dem Flop (Postflop) charakterisiert, werden ein Großteil der nun zu treffenden Entscheidungen auf Basis der Karten und der Höhe des Pots getroffen. Die Ursache hierfür ist im Wesen von Fixed Limit zu suchen, das durch minimale und maximale Einsatzhöhen festgelegt wird. Daraus resultiert, dass das Spiel sehr mathematisch und demzufolge „technisch“ wird. Es reicht dabei aber nicht aus, nur bessere Karten als die der Gegner zu spielen. Ein guter Spieler zeichnet sich dadurch aus, gute Entscheidungen in den Setzrunden ab dem Flop zu treffen. In diesem Artikel erfährst du, welchen Situationen du auf dem Flop ausgesetzt bist. Dazu werden dir Ratschläge gegeben wie und ob das Weiterspielen deiner Hand profitabel ist.

Die grundlegende Strategie

Eine Vielzahl von Spielern, die vor dem Flop durch eine tighte Handauswahl versucht „gut zu spielen“, verliert diesen Vorteil durch fehlerhaftes Spiel nachdem die Gemeinschaftskarten ausgeteilt wurden. Damit der Flop danach kein Flop (Reinfall) wird, investiere nur Geld in Hände, die Aussicht auf Erfolg haben. Zuerst ist es wichtig mittels der Handkategorien deine Hand zu charakterisieren. Danach verfolgst du dein Spiel anhand der nachfolgenden Basisstrategie: Mit starken Händen setzt du und schwache Hände foldest du. Nur bei ausreichenden Chancen, eine starke Hand zu treffen, bleibst du im Spiel.

Wie spielst du gemachte Hände / made hands?

Du hältst eine gemachte Hand – sehr gut! Dein Ziel ist es, einerseits das Maximum aus der Hand herauszuholen und andererseits die Hand gegen Draws zu schützen. Wir unterscheiden zwischen Monstern und Toppair/Overpair.

Monster

Als Monster werden alle Hände, die der Wertigkeit von zwei Paar und höher entsprechen, bezeichnet. Das Spiel mit diesen Händen ist sehr einfach, da du so viel wie möglich Geld in den Pot bekommen möchtest: Du setzt und erhöhst bis zum Maximum!

Hand #1

8d8h im BB, 3 Spieler

Du hältst 8h8c im Big Blind und auf dem Flop triffst du einen Drilling gegen zwei Gegner. Mit diesem Monster willst du den Pot so groß wie möglich aufblähen. Zum einen möchtest du größtmögliche Auszahlung, zum anderen soll ein Draw für eine weitere Gemeinschaftskarte den maximalen Preis zahlen.

Toppair/Overpair

Du besitzt Toppair oder Overpair und möchtest nun weitestgehend Klarheit haben, wo du dich mit deiner Hand wahrscheinlich befindest. Beide Hände sind strategisch ähnlich angesiedelt. Demzufolge setzt du oder erhöhst einmal, wenn vor dir bereits geboten wurde. Bei einer Erhöhung nach dir erhöhst du noch einmal und behältst die Initiative!

Hand #2

JdJh im BB, 3 Spieler

Du hältst JdJh im Big Blind. Der Button und der Small Blind callen vor dem Flop nur. Nachdem du vor dem Flop erhöht hast, kommt der Flop Tc7d2s. Der Small Blind checkt und du setzt. Der Button erhöht, woraufhin der Small Blind aussteigt. Du callst die Erhöhung des Buttons.

Hand #3

Ad6h im BB, 2 Spieler

Du hältst Ad6h im Big Blind. Der Small Blind füllt auf. Auf dem Flop AKT hältst du Toppair. Du spielst deine made hand an, aber der Button raist. Dein Toppair besitzt nur einen schwachen Kicker, weshalb du nur callst.

Wie spielst du unfertige Hände / draws?

Du hast mit deinen Karten einen Draw aufgenommen. Auf dem Flop liegst du damit in den meisten Fällen zwar nicht vorn, aber du besitzt gute Chancen bis zum Turn oder River die beste Hand zu erhalten. Wie hoch diese sind, erfährst du, wenn du deinen Draw in die folgenden Kategorien einordnest.

Monsterdraw

Wenn deine Hand sich dazu eignet, sich sowohl zum Flush wie auch zur Straße zu verbessern, dann besitzt du einen Monsterdraw. Bei dieser Kombination helfen dir 15 Outs, weshalb eine Chance von über 50% besteht, bis zum River die beste zu Hand halten. Du möchtest so viel wie möglich Geld in den Pot bekommen: Du setzt und erhöhst bis zum Maximum!

#Hand4

JhTh im BB, 4 Spieler

Ein super Flop für deine Hand. Bei einer derartig starken Drawing Hand gehört dir mehr als die Hälfte vom Pot. Den damit verbleibenden drei Gegnern bleiben nur noch jeweils ca. 16%. Damit bist du bestrebt einen großen Pot zu erzeugen.

Flushdraw, Open Ended Straight Draw und Double Gutshot Straight Draw

Diese Draws sind sehr stark. Flush Draws sind vier Karten einer Farbe, sodass nur eine Karte zur Vervollständigung des Flush fehlt. Besonders wertvoll ist ein Flush Draw, bei dem du das Ass der richtigen Farbe auf der Hand hältst. Als Open Ended Straight Draw (OESD) bezeichnet man vier Karten zu einer Straße, bei der die Karte zum oberen oder unteren Ende fehlt. Bei einem Double Gutshot Straight Draw (Double Gutshot) sind zwei Straßen möglich. Strategisch sind diese Handkategorien ähnlich zu behandeln: Demzufolge setzt du oder erhöhst einmal, wenn vor dir bereits geboten wurde. Bei einer Erhöhung nach dir callst du nur noch. Die folgenden drei Handbeispiele zeigen die Anwendung der Strategie.

#Hand5

 

#Hand6

 

#Hand7

AsKd im BB, 3 Spieler

 

#Hand6         8d7h im BB, 3 Spieler

 

QT im BB, 3 Spieler

Gutshot Straight Draw und Overcards

Ein Gutshot Straight Draw (Gutshot) allein ist zu schwach, aber in Kombination mit Overcards hat dieser ähnliche Erfolgsaussichten wie der Flushdraw oder OESD. Du setzt oder erhöhst einmal, wenn vor dir bereits geboten wurde. Bei einer Erhöhung nach dir callst du nur noch.

#Hand8

KdQd am Cutoff, 4 Spieler

Vom Cutoff hast du deine Hand erhöht und drei Spieler sind mitgegangen. Ein Spieler setzt vor dir und du erhöhst in der Hoffnung entweder ein Toppair oder noch besser die Straße zu treffen. Nach einer weiteren Erhöhung callst du nur noch und wartest die weitere Entwicklung der Hand ab.

Gutshot Straight Draw oder Overcards

Gutshots oder Overcards sind schwache Draws, die in den meisten Fällen ungeeignet sind, um die Jagd auf den Pot aufzunehmen. Du setzt, wenn du vor dem Flop erhöht hast und maximal (!) zwei Gegenspieler in der Hand sind. Einen gegnerischen Einsatz oder eine Erhöhung callst du nur dann, wenn der Pot mindestens das Zehnfache des zu erbringenden Einsatzes beträgt.

Hand#9

KhQh vom CU, 3 Spieler

Du hast vor dem Flop als letzter erhöht und zwei Spieler sind mitgegangen. Du hast einen Gutshot aufgesammelt, was dir bestenfalls vier Outs gibt. Ein Spieler setzt vor dir. Der Pot hat nun eine Größe von sieben Small Bets. Damit ist der Pot nicht groß genug, um den Einsatz zu bezahlen. Sind mehr Spieler im Pot und erreicht dieser das Zehnfache des Einsatzes – also mindestens zehn Small Bets – könntest du callen.

Aufgepasst! So genannte One-Card Gutshots, wie zum Beispiel A5 auf einem 679-Flop sind wertlos. Mit diesen Händen einen Einsatz zu callen wäre ein großer Fehler. Häufig verliert deine One-Card-Straße gegen eine bessere Hand des Gegners. Außerdem drawt diese Hand auf das untere Ende der Straße. Kommt die „Acht“ wird gegen jede „Zehn“ verloren.

Hand#10

AhQh vom Cutoff, 3 Spieler

Du hast vor dem Flop als letzter erhöht und höchstens zwei Gegner sind mitgegangen. Du verfehlst den Flop, besitzt aber zwei Overcards und beide Gegner checken. Der Check zu Dir kann Schwäche bedeuten, weshalb die Aussichten die beste Hand zu halten nicht schlecht sind. Du bietest und hoffst beide Gegner sofort zum Folden zu bewegen, da diese ebenfalls oft nichts getroffen haben. Beide Spieler folden.

Wie spielst Du wertlose Hände / trash?

Du hältst eine wertlose Hand. Dies sind Hände, bei denen du kein Paar oder Draw besitzt und nur wenige Outs möglich sind. Diese lohnen daher auch nicht weitergespielt zu werden. Vermeide mit diesen Händen viel Geld zu verlieren! Ein Beispiel:

Hand#11

AhQh vom Cutoff, 4 Spieler

Du erhöhst vom Cutoff mit AhQh. Der Button und die Blinds callen, sodass vier Spieler in die Hand verwickelt sind. Der Flop kommt K83 und der Big Blind spielt an. Was tust du? Du legst deine Hand weg, denn von der starken Starthand ist nichts mehr übrig geblieben. Es gibt keine verfolgenswerten Draws, weil der Flop verschiedenfarbig und unkoordiniert ist. Sehr wahrscheinlich hat der Big Blind ein Paar oder mehr. Hohe Asse, die nicht getroffen haben, in aussichtslosen Situationen weglegen zu können, ist eine wichtige Fähigkeit!

Fazit

Die Gemeinschaftskarten auf dem Flop bestimmen oft den weiteren Verlauf einer Hand. Das liegt daran, dass die drei neuen Karten die bisherige Einschätzung der Hand massiv beeinflussen. Der Flop ist sozusagen eine Art Wettbewerb zwischen Made und Drawing Hands. Ungenaues Spiel kann dabei sehr kostspielig werden. Bleibe nicht in der Theorie der Handauswahl vor dem Flop stecken. Konzentriere dich auf das Spiel nach dem Flop und verbessere so deine Resultate. Deine weiteren Aktionen setzen sich nach der Prüfung deiner Hand aus folgendem vereinfachten Schema zusammen:

  • Setze, wenn du eine starke Hand besitzt.
  • Bleibe nur bei guten Möglichkeiten eine starke Hand zu treffen im Spiel.
  • Folde eine wertlose Hand.

Deine Spielweisen in der jeweiligen Handkategorie:

Deine Hand Deine Spielweise
Monster Monsterdraw Du setzt und erhöhst bis zum Maximum.
Toppair/Overpair Du setzt und erhöhst einmal. Bei einer Erhöhung nach dir erhöhst du noch einmal und behältst die Initiative.
Gutshot und Overcards Flush Draw, OESD, Doppelter Straightdraw Du setzt und erhöhst einmal. Bei einer Erhöhung nach dir callst du nur noch.
Gutshot oder Overcards Du setzt, wenn vor dem Flop erhöht hast und maximal zwei Gegenspieler in der Hand sind. Einen gegnerischen Einsatz oder eine Erhöhung callst du nur, wenn der Pot mindestens das Zehnfache des zu erbringenden Einsatzes beträgt.

Versuche nicht unnötig Fallen zu stellen, wenn du eine starke Hand besitzt! Warte nicht auf glückliche Karten, die du nur in seltenen Fällen triffst. Bedenke, die zweitbeste Hand wird die größten Verluste einfahren.

Der Flop ist die letzte preiswerte Setzrunde (Small Bets), sodass die Aktionen auf dem Flop nicht automatisch Aufschluss über die Handstärke der Gegenspieler geben. Die doppelten Einsätze auf dem Turn (Big Bets) sind häufig wesentlich aussagekräftiger und grenzen das Handspektrum ein. Wie du dein Blatt auf dem Turn weiterspielst erläutert dir der nächste Artikel.

Der Turn (Grundlagen)

Mit der als Turn bezeichneten vierten Gemeinschaftskarte wird die dritte Setzrunde eingeläutet. Turn als „Wende“ oder „Wendepunkt“ übersetzt ist eine recht passende Bezeichnung für die Änderungen dieser Setzrunde. Wichtigstes Merkmal ist, dass die Einsatzhöhe jetzt doppelt so groß als in den Setzrunden zuvor ist. Damit wird der Pot jetzt schneller größer. Du musst davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Spieler nicht ohne Grund im Pot geblieben ist. Viele Spieler verraten erst auf dem Turn die wahre Stärke ihrer Hand. Vor und auf dem Flop hast du bereits Informationen über die möglichen Hände deiner Gegner gesammelt. In diesem Artikel erfährst du, wie du diese Informationen mit der neu aufgedeckten Karte verbindest und entsprechend umsetzt.

Ausgangspunkt Initiative

Die Berücksichtigung der Aktionen auf dem Flop sind die Ausgangspunkte für deine weitere Spielweise der Hand. Zuerst beantwortest du dir die Frage, ob du zuletzt die Initiative hattest. Im Besitz der Initiative bist du immer dann, wenn du in der Setzrunde zuvor als letzter Spieler gesetzt oder erhöht hast.

Hand #1

8d8d, 4 Spieler

Du sitzt im Cut-off mit Pocket-8er und drei Spieler bezahlen deine Erhöhung. Auf dem Flop spielt der Big Blind an und du erhöhst mit deinem Set. Wie du dem Verlauf der Hand entnehmen kannst, hast auf dem Flop zuletzt erhöht und zwei Spieler haben die Erhöhung bezahlt. Dieses Mitgehen ist ein passiver Spielzug, weswegen du die Initiative besitzt. Hast du am Turn die Initiative, bist du in einer etwas besseren Ausgangslage, da die Gegner weiter unter Druck gesetzt werden können.

Wenn du setzt führen zwei Wege zum Gewinn deiner Hand: Alle Gegner passen oder du gewinnst den Showdown. Durch passives Spiel (Checken und Callen) bleibt dir nur eine Gewinnmöglichkeit, nämlich beim Showdown die beste Hand zu halten.

Die grundlegende Strategie

Da nach dem Turn nur eine weitere Gemeinschaftskarte aufgedeckt wird (River), ist das Spiel dieser Setzrunde am kompliziertesten. Dass sich der Einsatz im Vergleich zu den vorherigen Setzrunden verdoppelt, hat enorme Auswirkungen auf das Spiel. Denn nun müssen Big Bets, anstelle von Small Bets gebracht werden: Wie du bereits im Einführungsartikel gelernt hast, entspricht eine Big Bet immer dem doppelten Einsatz. Wenn du dich auf dem Turn entscheidest die Hand weiterzuspielen, dann ist der Pot auf dem River meist so groß, dass dieser dort selten gegen eine weitere Bet aufgegeben werden kann. Während die Einsätze auf dem Flop nicht automatisch die Stärke der Hand widerspiegeln müssen, ist den Aktionen auf dem Turn mehr Respekt zu zollen. Mit der hier vorgestellten Strategie wird dir das Rüstzeug gegeben, dich in den anzutreffenden Situationen optimal zu verhalten. Es werden vier grundlegende Szenarien unterschieden:

Du besitzt die Initiative und niemand hat gesetzt

Du setzt bei

gemachten Händen ab Top Pair unabhängig von der Gegneranzahl,

gemachten Händen, die am Flop Top Pair waren, auch wenn eine Overcard fällt,

Draws, bei maximal zwei Gegnern

Du checkst bei

Draws, bei mehr als zwei Gegnern

Jeder anderen Hand

Folgende Beispiele sollen dir die Umsetzung verdeutlichen.

Hand #2

AdKs, 3 Spieler

Du hältst AKo in früher Position und erhöhst, zwei Spieler callen. Du floppst Top Pair mit Top Kicker. Nach deiner Bet wirst du geraist und gecallt. Auf deinen Reraise folgt von beiden Spielern nur ein Call. Somit behältst du die Initiative. Du vermutest, dass deine Gegner entweder einen Flushdraw oder einen schwächeren König halten. Auf dem Turn kommt eine harmlose Karte, weswegen du weiter setzt und somit Value von einem schlechteren König/Paar oder dem Draw bekommst.

Hand #3

JdJh, 3 Spieler

Mit einem Paar Buben erhöhst du den Limp von einem Spieler aus früher Position und mehrere Spieler callen. Auf dem Flop besitzt du ein Overpair und dein Einsatz wird von allen bezahlt. Der Turn bringt mit der „Dame“ eine Overcard, die dein Paar Buben schlagen könnte. Da die Gemeinschaftskarten aber wenige Draws aufweisen und du die Initiative besitzt gibt es keinen Grund passiv zu werden. Mit einer Bet hältst du an deiner Initiative fest!

Hand #4

KdQd, 4 Spieler

Du erhöhst aus mittlerer Position mit KdQd. Drei Spieler bezahlen die Erhöhung und checken zu dir auf dem Flop. Dieser hat dir einen Open Ended Straight Draw ermöglicht, sodass du gemäß der Strategie setzt. Auf dem Turn wird deine Hand durch die „Sechs“ nicht verbessert. Du besitzt zwar weiterhin die Initiative, aber es sind mehr als zwei Gegner in der Hand, sodass du checkst. Bei nur einem oder zwei Gegenspielern hättest du in dieser Hand nochmal gesetzt.

Du besitzt nicht die Initiative und niemand hat geboten Merkmal
Du setzt bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du checkst bei Jeder anderen Hand

Hand #5

8d6d, 7 Spieler

Auf dem Flop bekommst du einen Flush Draw. Der Small Blind checkt, der Big Blind setzt und zwei der drei Limper callen, worauf du raist. Der Big Blind reraist und alle Gegner inklusive dir callen. Auf dem Turn wird dein Blatt durch die „Dame“ um einen Gutshot Straight Draw verstärkt. Alle Spieler vor dir checken. Es ist unwahrscheinlich, dass du mit einer Bet gegen drei Gegner den Pot sofort gewinnen wirst. Außerdem kann die Turnkarte einem anderen Spieler bereits die Straße gebracht haben, sodass du nur noch auf den Flush drawst. Aus diesem Grund checkst du.

Jemand bietet vor dir Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du gehst mit bei Top Pair oder Overpair Monsterdraws, Flushdraws, OESD und Double Gutshot Straight Draw Gutshot Straight Draws, wenn der Pot mindestens das Zehnfache des zu erbringenden Einsatzes beträgt
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Hand #5

8d6d, 7 Spieler

Auf dem Flop bekommst du einen Flush Draw. Der Small Blind checkt, der Big Blind setzt und zwei der drei Limper callen, worauf du raist. Der Big Blind reraist und alle Gegner inklusive dir callen. Auf dem Turn wird dein Blatt durch die „Dame“ um einen Gutshot Straight Draw verstärkt. Alle Spieler vor dir checken. Es ist unwahrscheinlich, dass du mit einer Bet gegen drei Gegner den Pot sofort gewinnen wirst. Außerdem kann die Turnkarte einem anderen Spieler bereits die Straße gebracht haben, sodass du nur noch auf den Flush drawst. Aus diesem Grund checkst du.

Jemand bietet vor dir Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du gehst mit bei Top Pair oder Overpair Monsterdraws, Flushdraws, OESD und Double Gutshot Straight Draw Gutshot Straight Draws, wenn der Pot mindestens das Zehnfache des zu erbringenden Einsatzes beträgt
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Hand #6

Td8h, 5 Spieler

Du befindest dich im Big Blind. Drei Spieler limpen und der Small Blind callt, du checkst. Auf dem Flop wird reihum gecheckt, sodass die Turnkarte ohne Aktion aufgedeckt wird. Der Pot ist jetzt 2,5 Big Bets groß. Auf dem Turn kommt die „Sieben“, die einen Gutshot Straight Draw ermöglicht. Der Small Blind setzt. Du foldest! Bei diesem kleinen Pot lohnt es sich nicht in der Hand zu bleiben, da es noch drei weitere Spieler gibt, die nach dir an der Reihe sind. Liegst du gegen diese zurück hast du nur wenig Verbesserungspotential. Dein Draw ist zu schwach, da der Kreuz-Bube und Pik-Bube auch einen möglichen Flush komplettieren und du über nicht genügend Outs verfügst.

Jemand setzt vor dir und es wird erhöht

Generell solltest du davon ausgehen, dass ein Raise auf dem Turn auf eine starke Hand hindeutet. Das bedeutet dass Paare häufig in solchen Situationen einen schweren Stand haben.

Jemand setzt vor dir und es wird erhöht Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser unter Berücksichtigung der Gemeinschaftskarten
Du gehst mit bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser unter Berücksichtigung der Gemeinschaftskarten
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Hand #8

AsKc, 4 Spieler

Nach zwei Limpern erhöhst du entsprechend der tight-aggressiven Spielweise deine starke Starthand. Auf dem Flop behältst du die Initiative. Auf dem Turn fällt die dritte Karte in Karo und ein Spieler vor dir setzt. Diese Bet wird geraist. Was machst du? Erfolgt auf dem Turn ein Raise und wird dieses nochmal erhöht reicht ein Top Pair selten zum Gewinn. In den meisten Fällen und je nach Struktur der Gemeinschaftskarten siehst du dich einem Drilling (Vierling), einer Straße, einem Flush oder Full House gegenüber. Du foldest deine Hand.

Mit den vier grundlegenden Szenarien hast du alle Situationen und deren Umgang kennengelernt, wenn die Gegenspieler vor dir handeln. Es kann aber durchaus sein, dass weitere Spieler nach dir eine Entscheidung von dir fordern. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, auf die du reagieren musst:

Dieses Szenario tritt immer dann ein, wenn du gecheckt hast und jemand nach dir setzt oder wenn du gesetzt hast und nach dir wird genau einmal erhöht.

Hinter dir wird mehr als einmal gesetzt oder erhöht

Hinter dir wird genau einmal gesetzt oder erhöht Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du gehst mit bei Top Pair oder Overpair Monsterdraws, Flushdraws, OESD und Double Gutshot Straight Draw Gutshot Straight Draws, wenn der Pot mindestens das Zehnfache des zu erbringenden Einsatzes beträgt
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Hand #9

AhAs, 6 Spieler

Drei Spieler limpen und du erhöhst deine Asse auf dem Button. Beide Blinds und alle Limper callen. Auf dem ungefährlichen Flop checken alle zu dir. Da du der Preflop-Aggressor warst, bietest du. Drei Spieler bezahlen. Die Neun auf dem Turn ist keine Karte die Gefahr ausstrahlt. Erneut checken alle zu dir und du setzt. Der erste Spieler foldet, der zweite callt und der dritte Spieler erhöht. Wie ist die Hand weiterzuspielen? Du callst nur. Ein Spieler, der auf dem Turn gegen so viele Spieler check-raist blufft eher selten. Außerdem ist das Board relativ unkoordiniert, womit die Wahrscheinlichkeit für einen Draw sinkt und somit Two Pair oder ein Drilling anzunehmen ist.

Hinter dir wird genau einmal gesetzt oder erhöht

Dieses Szenario tritt immer dann ein, wenn du gecheckt hast und nach dir wird gesetzt und erhöht oder wenn du gesetzt hast und nach dir wird mehr als einmal erhöht.

Hinter dir wird mehr als einmal gesetzt oder erhöht Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser unter Berücksichtigung der Gemeinschaftskarten
Du gehst mit bei gemachten Händen ab zwei Paar oder besser unter Berücksichtigung der Gemeinschaftskarten Monsterdraws, Flushdraws OESD und Double Gutshot Straight Draw, wenn kein Flush möglich ist
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Hand #10

9d9s, 4 Spieler

Du erhöhst vor dem Flop und es befinden sich vier Spieler in der Hand. Das  getroffene Set auf dem Flop gibt dir zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich die stärkste Hand und du setzt mit Initiative. Zwei weitere Spieler befinden sich auf dem Turn in der Hand. Die Turnkarte ermöglicht einige Verbesserungen der Gegner. Da alle Spieler zu dir checken, musst du dennoch setzen. Durch die zwei Erhöhungen nach dir kannst du durchaus geschlagen sein (Straße, höheres Set oder Flush). Deine Hand hat aber das Potential sich zu einem Full House zu verbessern, sodass du migehst.

Fazit

Mit dem Turn wird die vorletzte Setzrunde eingeläutet. Da die Einsätze nun doppelt so hoch wie in den bisherigen Setzrunden sind, sind Fehler nun schwerwiegender. Um diese zu vermeiden und deine Ergebnisse drastisch zu verbessern, musst du dein gesamtes bisheriges Können aufbieten. Zuerst unterscheidest du, ob du die Initiative besitzt oder nicht:

  1. Du bist im Besitz der Initiative, wenn du in der vorherigen Setzrunde zuletzt gesetzt oder erhöht hast.
  2. Du bist nicht im Besitz der Initiative, wenn ein Gegenspieler in der vorherigen Setzrunde zuletzt gesetzt oder erhöht hat.

Deine weiteren Aktionen tätigst du in Abhängigkeit davon, wie deine Gegner reagieren.

 

Gemachte Hände ohne Initiative Merkmal
Du setzt oder erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du checkst oder gehst maximal eine einfache Erhöhung mit bei Top Pair, Overpair
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand
Gemachte Hände mit Initiative (eine Erhöhung nach Dir) Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser
Du gehst mit bei Top Pair, Overpair, Draw
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand
Gemachte Hände mit Initiative (mehrere Erhöhung nach Dir) Merkmal
Du erhöhst bei gemachten Händen ab Two Pair oder besser, wenn keine Straße oder Flush möglich sind
Du gehst mit bei Monsterdraws, Flushdraws Double OESD und Gutshot Straight Draw, wenn die Gemeinschaftskarten maximal zwei Farben aufweisen gemachten Händen ab Two Pair oder besser, wenn eine bessere Hand möglich ist
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand
Unfertige Hände mit Initiative Merkmal
Du setzt bei Draws bei maximal zwei Gegnern
Du setzt oder gehst eine einfache Erhöhung mit bei Monsterdraws, Flushdraws, OESD, Double Gutshot Straight Draw
Du gehst mit, wenn der Pot mindestens das Zehnfache vom Einsatz beträgt Gutshot
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand
Unfertige Hände ohne Initiative Merkmal
Du checkst oder gehst jede Erhöhung mit bei Monsterdraws, Flushdraws, OESD, Double Gutshot Straight Draws, Gutshots mit Overcards
Du gehst mit, wenn der Pot mindestens das Zehnfache vom Einsatz Gutshot
Du steigst aus bei Jeder anderen Hand

Wenn du immer noch glaubst die beste Hand zu halten, musst du setzen und diese schützen. Gibt es aber Zeichen, die darauf schließen lassen, dass du möglicherweise geschlagen bist, dann prüfe, ob du noch über nennenswertes Verbesserungspotential verfügst. Durch einen Call auf dem Turn müssen die beteiligten Spieler auch eine weitere Bet auf dem River bezahlen. Wenn du nicht auf einem Draw bist, betrachte Turn und River als Tandem. Verschwende keine weiteren Bets für schwache Draws. Es lohnt nicht im Pot zu bleiben, um die Gegner gelegentlich zu schlagen. Die auf diesem Weg verlorenen Bets sind damit nicht auszugleichen.

Sind neben dir noch weitere Spieler im Pot, dann ist die Hand noch nicht gewonnen. Die letzte Setzrunde liegt noch vor dir: der River. Du musst dich bei deinen Entscheidungen am Turn bereits fragen, ob sich dein Blatt lohnt möglicherweise noch einen zweiten Einsatz auf dem River zu bezahlen.

Der River

Nach dem Austeilen der letzten Gemeinschaftskarte – dem River - kann sich dein Blatt, wie auch das des Gegners nicht mehr verbessern. Dennoch sind die Entscheidungen, die du zu treffen hast nicht von einfacher Natur. Betrachte den River als eine Erweiterung des Turns. Jede falsche Entscheidung ist nun ein kostspieliger Fehler, der deine Gewinne minimieren wird. Die größten Fehlerquellen sind hierbei unnötig zu bluffen und die beste Hand zu folden. Nach den Aktionen auf Flop und insbesondere dem Turn hast du bereits Informationen über die mögliche Stärke der Hände deiner Gegner gesammelt. In diesem Artikel erfährst du, mit welchen Aktionen du das Maximum aus der letzten Karte herausholst.

Die grundlegende Strategie

Was ist beim Setzen auf dem River zu berücksichtigen?

Jeder Karte, die eine Straße oder  einen Flush ermöglicht oder die Gemeinschaftskarten paart kann für den Gegner eine willkommene Karte sein. In vielen Fällen foldet der Gegner auf deine Bets mit Händen, die wir schlagen. Erhöht wird in den meisten Fällen, wo du geschlagen bist. Da du aber meist verpflichtet bist die Erhöhung aufgrund der Größe des Potts zu zahlen, wird der Verlust um zwei Big Bets teurer.

Aus diesem Grund untersucht du zuerst, ob du im Besitz der Initiative bist. Das bedeutet, dass du am Turn als letzter Spieler gesetzt oder geraist hast. Wir unterscheiden zwei Szenarien: Du bist im Besitz der Initiative oder nicht!

Du besitzt die Initiative

In dem Falle setzt du mit jeder gemachten Hand. Auf einen Raise nach dir callst du nur, es sei denn du kannst dir sicher sein die beste Hand (Nuts) zu halten. Wie verfährst du aber wenn ein Gegner vor dir setzt? Dann erhöhst du mit gemachten Händen ab Two Pair oder besser. Ansonsten callst du nur. Solltest Du auf dem Flop und dem Turn auf Verbesserung deiner Hand durch einen Draw gehofft haben, erhältst auf dem River Gewissheit, ob dieser angekommen ist. Ist keine passende Karte gefallen, dann gib die Hoffnung die beste Hand zu halten auf und investiere nicht unnötig Geld in den Pott. Das bedeutet du checkst und foldest, wenn auf gegnerische Einsätze.

Hand 1

AKo, 4 Spieler

Ein typischer Handverlauf: Nach dem Standard-Raise vor dem Flop trittst du gegen mehrere Gegner an. Erfreulicherweise floppst Du mit Top Pair Top Kicker eine starke Made Hand. Auf Flop und Turn setzt du, sodass nur noch ein Gegner übrig bleibt. Auf dem River erscheint mit der „Fünf“ zwar eine Karte, die einer „Sechs“ durchaus die Gutshot Straight beschert, aber es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen. Du solltest setzen, um von schlechteren Karten wie zum Beispiel KQ, KJ, KT oder einem kleineren Pocket Pair ausbezahlt zu werden.

Hand 2

KQo, 3 Spieler

Du erhöhst vom Button und die beiden Blinds callen. Du floppst Two Pair. Die Blinds checken und du setzt. Beide Spieler callen. Auf dem Turn wiederholt sich die Vorgehensweise. Auf dem River taucht eine relativ ungefährliche Karte auf. Der Small Blind checkt und der Big Blind setzt. Du hältst Two Pair und auf dem Turn wurde nicht geraist. Demzufolge ist deine Hand wahrscheinlich immer noch gut. Mit einer besseren Hand, hätte jemand wohl auf dem Turn Stärke gezeigt und den Pott vergrößert. Außerdem bestimmt kaum die Gefahr, dass du von einem Spieler mit besserem Two Pair geraist wirst, da er bei dir unter anderem JT für die Straße befürchten muss. Aus diesem Grund raist du gemäß der Strategie.

Du besitzt die Initiative nicht

Berücksichtige die Aktionen der vorigen Setzrunden. Wenn insbesondere auf dem Turn mit Bets und Raises viel Aktion gab, dann benötigst du meist eine starke Hand, um den Showdown zu gewinnen.

Hattest du am Flop und Turn ein Top Pair oder Overpair dann callst du auch den River, sofern nicht mehrere Gegner vor dir mit Bet und Raises agieren. Triffst du am River Top Pair, dann setzt du. Wurde vor dir bereits gesetzt oder wird nach dir erhöht, dann callst du nur. Erfordern die Aktionen vor dir mehr als Bet deinerseits steigst du mit einer Hand wie Top Pair oder schlechter aus. Besitzt du am River Two Pair oder besser, dann setzt und erhöhst du, sofern keine bessere Hand möglich ist. Ist eine bessere Hand theoretisch möglich, dann callst du nur. Mit einer unfertigen Hand spielst du Check-Fold.

Hand 3

QT, 5 Spieler

Vor dem Flop checkst Du, nachdem vier Spieler gelimpt haben. Auf dem Flop triffst du nichts, besitzt aber zwei Overcards und einen Backdoor Flush Draw. Alle Spieler checken. Die „Zwei“ auf Turn scheint niemand geholfen zu haben, sodass wieder alle Spieler checken. Mit der „Zehn“ auf dem River triffst du Top Pair, aber der Small Blind setzt vor dir. Du callst und der Spieler vom Cutoff raist. Der Small Blind reraist. Was machst du? Du foldest. Die Situation kommt gerade in passiven Runden, in den auf dem Flop und dem Turn nur gecheckt wird häufig vor. Dies ist der klassische Fall, bei der jemand einer schlechten Hand nie callt, mit einer besseren aber raist. Die Zehn kann sowohl einem der beiden Spieler Two Pair oder die Straight gebracht haben, weswegen du diese Hand so gut wie nie beim Showdown gewinnen wirst.

Folde nicht die beste Hand!

Betrachten wir deine Entscheidung auf dem River aus der Sicht der Mathematik. Der Pott ist in der Regel groß und der erhältst zumeist gute Potodds, wenn die Bet des Gegenspielers callst. Aus diesem Grund ist es oft richtig auch mit marginalen Händen wie einem Middle Pair zu callen.

Die Pot Odds kannst du ermitteln, wenn du die Größe es Potts in Big Bets berechnest. War der Pott nach dem Turn beispielsweise acht Big Bets groß und der Gegenspieler setzt, dann beträgt der Pott nun neun Big Bets. Somit erhältst du Pot Odds von 9:1. Das bedeutet, dass du den Pott in nur einem von neun Fällen gewinnen musst, damit dein Call profitabel ist. Das Folden der besten Hand würde dich hingegen den gesamten Pott kosten.

Siehst du dich am River nur einem Gegner gegenüber (und nur dann!) callst du mit jedem Paar, auch wenn es kein Top Pair ist.

Hand 4

99, 2 Spieler

Du erhöhst vom Button mit einem Paar „Neunen“. Nur der Big Blind callt. Auf dem Flop hältst du ein Overpair und der Big Blind bezahlt deine Bet. Auf dem Turn hältst du weiterhin ein Overpair. Der Big Blind checkt, du setzt, er raist. Vielleicht hat er mit 86, 63 oder A3 eine Straight. Natürlich hast du gegen die Hände keine Chance mehr, aber diese Hände sind für einen Call Preflop im Big Blind relativ unwahrscheinlich. Denkbar ist neben Two Pair ein Pik-Flush-Draw. Auf dem River wird der Flush nicht komplettiert, aber mit dem „Buben“ erscheint eine Overcard. Da du dich nur einem Gegner gegenübersiehst, callst du, da der Bube deinem Gegner nur selten geholfen hat. Nach der Bet des Big Blind sind im Pott 7,5 Big Bets. Du musst nur in 15 Prozent der Fälle gewinnen, damit der Call profitabel ist. Du callst und dein Gegner zeigt dir JT in Kreuz und er schlägt dich. Dennoch wird dir dein Call in diesen Situationen langfristig Gewinne einbringen.

Fazit

Das Spiel am River ist immer in Zusammenhang mit den Aktionen am Turn zu betrachten. Unfertige Hände sind nun wertlos. Gegenspieler die am Flop und dem Turn deine Bets gecallt haben, werden den River sehr wahrscheinlich nicht aufgeben, sodass du nicht unnötig bluffen solltest. Viele Spieler, insbesondere schwächere, sind nicht in der Lage den River zu folden. Spiele den River geradlinig, da Bluffs nur selten funktionieren! Du kannst beim River-Bluff nur selten gewinnen: Hat der Gegenspieler eine schwache Hand, wird er nicht callen, sondern folden. Mit einer starken Hand wird er hingegen raisen, was dich zwei Big Bets kostet.

Bezahle das River-Gebot nicht aus Neugier auf die gegnerische Hand! Gegen nur einen Gegner callst du mit jedem Paar seine River-Bet. Ansonsten prüfst du, ob du im Besitz der Initiative bist oder nicht und bestimmst deine Aktionen anhand der folgenden Übersicht:

Du besitzt die Initiative Du besitzt die Initiative nicht
Setze mit jeder gemachten Hand. Setze, wenn du Top Pair getroffen hast. Eine einfache Erhöhung nach dir oder ein Gebot vor dir callst du nur, ansonsten steigst du aus.
Calle eine Erhöhung nach dir, raise wenn du die beste Hand hast. Mit Top Pair oder einem Overpair, welches du bereits auf Flop und/oder Turn hattest callst du auch am River – außer wenn mehrere Gegner vor dir setzen und raisen.
Ein gegnerisches Gebot vor dir erhöhst du mit Two Pair oder besser, ansonsten callst du nur. Ein gegnerisches Gebot vor dir erhöhst du mit Two Pair oder besser, wenn keine bessere Hand möglich ist, ansonsten callst du nur.
Unfertige Hände spielst du Check-Fold. Unfertige Hände spielst du Check-Fold.

EXOTISCHE Pokervarianten

Einleitung

Americana zählt zu den Five-Card-Stud-Pokervarianten, die mit einem Deck, dass nur 32 Karten beinhaltet, gespielt werden. Das Deck ist mit dem beim Skat üblichen identisch: gespielt wird mit Sieben bis Ass. Die Farbreihenfolge ist Pik (niedrigste), Kreuz, Karo, Herz (höchste). Aufgrund der verringerten Kartenanzahl können maximal nur 6 Spieler an einem Spiel teilnehmen.

Spielablauf

Bevor jeder Spieler 2 Karten erhält muss ein Zwangseinsatz (Ante) getätigt werden. Außerdem müssen der Small und Big Blind gesetzt werden. Danach werden die Karten ausgeteilt.

Jeder Spieler erhält 2 Karten, wobei die erste Karte verdeckt als „Hole Card“ und die zweite offen (aufgedeckt) als „Door Card“ ausgeteilt wird. Der Spieler mit der höchsten Door Card beginnt die Einsatzrunde, danach der Spieler mit der zweithöchsten Door Card usw. Falls zwei oder mehr Spieler über gleichwertige Door Cards verfügen entscheidet die Farbe (siehe Einleitung) über die Reihenfolge. Nur in diesem Zusammenhang wird die Kartenfarbe berücksichtigt!

Einsätze werden nach den in Hold’em üblichen Verfahren durchgeführt. Der Spieler, der in der Einsatzrunde am Zug ist, hat folgende Möglichkeiten:

  • „Check“ und damit Weitergabe an den nächsten Spieler
  • Auf einen Einsatz eines Spielers kann ein „Call“, „Raise“ oder „Fold erfolgen

Nachdem ein Spieler „gecheckt“ hat und ein anderer Spieler einen Einsatz tätigt, darf der Spieler der zuvor „gecheckt“ hat, den Einsatz erhöhen (Check-Raise). Die verdeckte Karte der Spieler, die aussteigen, werden nicht zum Dealer zurückgegeben oder kommentiert. Die offenen Karten bleiben bis zum Ende der Runde sichtbar auf dem Tisch.

Nach der Setzrunde wird eine Karte vom Kartengeber „gebrannt“, um danach allen Spielern eine weitere offene Karte (wird als „Third Street“ bezeichnet) zuzuteilen. Es folgt eine weitere Setzrunde, wobei der Spieler mit dem besten Blatt (bestehend aus den zwei offenen Karten) den Einsatz beginnt. Haben zwei Spieler gleichwertige Blätter, ist der Spieler, der sich am nächsten links vom Dealer-Button befindet am Zug.

Die vierte Karte („Fourth Street“) läutet die nächste Runde ein, bei der der Dealer zuvor wieder eine Karte vom Deck „brennt“ und danach allen Spielern eine offene Karte zuteilt. Der Spieler mit dem höchsten Wert aus den drei offenen Karten beginnt mit der Einsatzrunde.

Die nächste ausgegebene Karte ist die fünfte und letzte Karte („Fifth Street“), die der Dealer, nachdem er eine Karte vom Deck gebrannt hat, ausgibt. Der Spieler mit dem höchsten Wert aus vier Karten beginnt die finale Setzrunde.

Danach kommt es zum Showdown. Hier zeigen Spieler, die sich sehr gute Gewinnchancen erhoffen zumeist freiwillig das eigene Blatt. Unternimmt kein Spieler den ersten Schritt, greift folgende Regel: Der Spieler, der den letzten Einsatz, das letzte Raise oder das letzte Re-Raise getätigt hat, beginnt mit dem Offenlegen seiner Karten. Was aber wenn in der letzten Runde alle Spieler geschoben haben und keine Aktion getätigt haben? In dem Fall muss der Spieler, der in der fünften Runde zuerst zum Einsatz berechtigt war seine Karten auch zuerst zeigen.

Im Falle, dass in einer Runde ein Spieler keine Caller auf einen Bet erhält gewinnt dieser standardgemäß den Pott und ist nicht verpflichtet sein Blatt zu zeigen.

Der Spielablauf in Kurzform:

  1. Zwangseinsätze (Ante und Blinds)
  2. Austeilen einer Hole Card und einer Door Card (offene Karte) an jeden Spieler
  3. Erste Bietrunde
  4. Austeilen einer weiteren Door Card („Third Street“)
  5. Zweite Bietrunde
  6. Austeilen einer weiteren Door Card („Fourth Street“)
  7. Dritte Bietrunde
  8. Austeilen einer weiteren Door Card („Fifth Street“)
  9. Vierte und letzte Bietrunde
  10. Showdown – Die verbliebenen Spieler vergleichen ihre Hände untereinander und stellen Gewinner fest.

Regelerweiterungen/Ausnahmen:

  1. Das Austeilen der Karten erfolgt entweder beginnend mit dem Spieler nach dem Dealer-Button oder hiervon abweichend erhält der Spieler, der gerade im Besitz des Dealer-Buttons ist die erste Karte. Dieses Vorgehen wird unterschiedlich gehandhabt und ist entsprechend vorher zu berücksichtigen/vereinbaren.
  2. Der Spieler, der nach dem Austeilen (in der ersten Runde) der Besitzer höchsten Karte ist, muss einen Einsatz des doppelten Ante leisten.

Wertigkeit der Hände

Gewinner ist der Spieler mit der höchsten Hand, wie unten aufgelistet. Es ist aber theoretisch möglich, dass zwei oder sogar mehr Spieler das beste Blatt aus fünf Karten halten. In dem Fall wird der Pott zu gleichen Teilen geteilt.

Die Blattbewertung der Hände ist fast analog der im Texas Hold’em bekannten Struktur. Zu beachten ist aber, dass A-7-8-9-10 als niedrigste Straße angesehen wird. Desweiteren schlägt der Flush hier das Full House, wie an folgender Übersicht zu erkennen ist (aufsteigend sortiert):

  1. Höchste Karte/High Card
  2. Ein Paar/One Pair
  3. Zwei Paare/Two Pairs
  4. Drilling/Three of a kind
  5. Straße/Straight
  6. Full House
  7. Flush
  8. Vierling/Four of kind
  9. Straight Flush
  10. Royal Flush
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