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So überwindest du als Frau die Midlife Crisis

Sowohl Männer als auch Frauen geraten irgendwann zwischen 40 und 55 in die Midlife Crisis. Doch worum handelt es sich dabei und wie äußert sich diese Krise? Und vor allem: wie kannst du sie am besten überstehen? Wichtige Hintergründe und Tipps haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.

Was ist die Midlife Crisis?

Dieser englische Begriff hat sich bei uns bereits für die Situation eingebürgert. Aus psychologischer Sicht handelt es sich dabei um eine Art Unwohlsein, das als „psychische Belastung“ einzustufen ist. Es kann sich sogar bis hin zu einer Depression bemerkbar machen.

Diese Sinnkrise betrifft sowohl Männer als auch Frauen aller Kulturen und Bildungsgruppen. Dabei gibt es keinen konkreten Zeitpunkt, wann sich die Krise erstmals äußerst. Denn viele haben schon mit 30 Jahren ein erstes „Tief“, das sich bis ungefähr 45 hinzieht und dort seinen Tiefpunkt erreicht. Zum Glück nimmt dann die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben meist wieder zu.

Grundsätzlich kann sich die Krise aber über einen beliebigen Zeitraum zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr hinziehen. Und du bist nicht davor gefeit!

Erste Anzeichen sind Hormonveränderungen

Gerade bei Frauen äußert sich diese Krise auch dadurch, dass sie in die Wechseljahre kommen, sobald der Östrogenspiegel sinkt. Selbst Männer müssen mit einer Hormonumstellung klar kommen, denn bei ihnen sinkt der Testosteronspiegel, sie verlieren Muskelmasse und Haare. Im Zuge einer eventuellen Partnersuche kann das bereits zum Problem werden.

Das kann allerdings in den Wechseljahren auch bei der Frau passieren. Dazu kommt, dass der Körper vermehrt Fett einlagert und sich außerdem Falten bilden, da die Haut weniger straff ist. Eher unsichtbar, aber dennoch spürbar, ist der Leistungsabfall des Gehirns.

Das erste Problem der Krise ist damit bei beiden Geschlechtern die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körpern, der nun langsam einfach nicht mehr dem Idealbild entspricht, das man selbst als schön empfindet. Selbstzweifel sind die „natürliche“ Folge der schwindenden Attraktivität.

Äußere Faktoren haben einen Einfluss

Nicht nur dein Körper verändert sich, sondern auch deine Lebenssituation. Wenn du über 40 bist, befindest du dich entweder noch mitten in der Mutterrolle (falls du als Karrierefrau erst spät Kinder bekommen hast) oder die Kinder sind schon aus dem Haus und hinterlassen eine gewisse Leere. Dazu kommen die Anforderungen im Job, die im Laufe der Zeit stressiger werden. Kind und Karriere sind hier das Hauptproblem für Frauen.

Gleichzeitig möchtest du für deinen Mann die attraktive und begehrenswerte Partnerin sein. Aber hier macht dir die Biologie einen Strich durch die Rechnung und beglückt dich mit den Wechseljahren, Hitzewallungen und allem, was dazu gehört. Häufig setzt das Leben jetzt noch einen drauf: deine Eltern sind in einem Alter, in dem sie pflege- oder hilfsbedürftig sind, sodass du eine weitere Baustelle bedienen musst. Und wo bleibst du bei all dem?

Jetzt kommen die Unzufriedenheit und die Sinnkrise

Die Lebensumstände lassen dich häufig die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen. Hast du eigentlich erreichst, was du wolltest? Wie weit bist du mit deinen Träumen gekommen? Dir wird klar, dass du langsam älter wirst: Deine Jugend liegt weit zurück, das biologische Lebensende rückt näher. Nun wird die Zeit knapp, noch wichtige Dinge zu erledigen, zu denen du bisher nicht gekommen bist. Doch für die meisten Dinge ist der Zug leider bereits abgefahren.

Wenn du dein Leben bewertest, stellst du häufig mit Erschrecken fest, dass du irgendwo falsch abgebogen zu sein scheinst. Wieso bist du hier gelandet, wo du bist? Wieso in diesem Beruf? Wieso mit oder ohne Kinder? Warum mit genau diesem Mann? Welche Pläne hast du dafür geopfert? Und du fragst dich, welchen Sinn dein Leben bisher gehabt hat. Das kann bis zu schweren Depressionen führen!

Sinnkrise oder Identitätskrise?

Wenn du dich im Spiegel betrachtest, unzufrieden mit deinem Körper und unglücklich über dein Leben, dann steht für viele auch eine Identitätskrise an. Das passiert immer dann, wenn das Bild, das du von dir selbst hat, so negativ ist, dass du ständig unsicherer wirst. Deine Selbstzweifel und Zukunftsängste können dich ebenfalls depressiv und lustlos machen.

Bei vielen Menschen kommt an diesem Punkt, häufig tatsächlich spät im Leben, auch eine Geschlechtsidentitätsstörung. Wer aus der Midlife Crisis heraus neu durchstartet, sofern er den Mut dazu findet, steht jetzt auch dazu, sein Leben lang im falschen Körper gelebt zu haben. Inklusive der Entscheidung, dies auch operativ zu verändern und auszuleben.

Welche Veränderungen bemerkst du nun an dir?

Die gravierendsten Veränderungen zeigen sich bei Frauen schon allein aufgrund der Wechseljahre, also der Menopause.

Körperliche Symptome können sein:

  • Hitzewallungen,
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen in Brüsten und Armen
  • Rückenschmerzen
  • Migräne
  • Ängste oder Panikattacken.

Dazu kommen möglicherweise Charakterveränderungen. Vielen Menschen fällt jetzt auf, dass sie die Dinge, die sie bisher gern gemacht haben, nicht mehr mögen. Vereine, alle möglichen Verpflichtungen oder bisher wichtige Hobbys verlieren ihren Reiz oder ihre Prioritätsstellung.

Wer bisher viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt hat, wird bei den neuen Falten oder der Gewichtszunahme jetzt panisch. Diäten, Fitnessstudio und Beauty-Doc sollen diesen Probleme möglichst lösen. Auch ein jugendlicher Kleidungsstil sollen die verlorenen besten Jahre wieder zurückholen. Erfolglos natürlich.

Häufig versuchen Frauen, genau wie Männer in der Midlife-Crisis, mit neuen jüngeren Partner ihr Glück. Doch der jugendliche Partner kann die eigene Jugend nicht zurückbringen. Und auch deine Probleme, die du selbst mit dir hast, nicht lösen.

Wie lange dauert die Krise?

Das ist bei jedem unterschiedlich. Die Sinnkrise kann bei Frauen jederzeit zwischen 30 und 50 auftauchen. Das ist individuell verschieden, genau wie die körperliche Verfassung. Manche sind schon mit 30 grau und beginnen panisch, die Haare zu färben. Dann startet der vermeintliche „körperliche Verfall“, den viele fürchten, schon etwas früher.

Auch die Lebensumstände sind bei jeder Frau anders. Daher gibt es keine pauschalen Hinweise darauf, wann die Krise starten kann und wann sie endet. Du musst praktisch jederzeit damit rechnen! Auch wie hart die Krise dich triff, kommt darauf an, wie positiv deine Lebenseinstellung ist. Je mehr Chancen du in der Krise für dich siehst, desto unbeschadeter und schneller kommst du auch aus ihr heraus.

Unsere 5 Tipps für dein generelles Krisenmanagement

Da bei jeder Frau die Krise anders verläuft und sie härter oder schwächer trifft, haben wir einige generelle Anregungen zusammengestellt, die du auf jeden Fall berücksichtigen kannst. Egal, wie schwer du betroffen bist.

Bewerte dein Leben und plane die Zukunft

Anstatt Panik zu bekommen, dass dein halbes Leben bereits vorüber ist, solltest du das Ganze positiver sehen: ein halbes Leben liegt noch vor dir und das kannst du jetzt perfekt planen. Was wolltest du schon immer einmal machen und hast es nie getan? Freilich: einen neuen und anderen Beruf zu erlernen oder nochmal zu studieren, ist sicher mit 40 nicht die Lösung. Aber es gibt andere Dinge, die sich jederzeit verändern lassen. Was ist mit neuen Hobbies oder Reisen?

Außerdem kannst du nun auch Dinge verändern wie deinen Wohnort (sofern möglich). Du wolltest auswandern, da du als Freiberufler von überall arbeiten kannst? Warum nicht. Du willst dein komplettes Haus renovieren, hast aber nie die Kurve dazu gekriegt? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, an dem du alles schön und neu gestaltest. Mit Whirlpool. Oder 350 Liter-Meerwasseraquarium. Oder zwei Hunden. Einfach machen!

Eine positive Einstellung pflegen

Wenn du den ganzen Tag darüber jammerst, dass du alt bist und dir dies und jenes nicht behagt, dann ziehst du dich laufend weiter runter. Und die Depressionen rücken näher. Um das zu ändern, sollest du versuchen, eine positive Einstellung zu deinem Alter zu finden und diese dann auch zu pflegen. Du wirst älter? Nun ja, das geht absolut allen Menschen so. Du bist keine Ausnahme.

Aber jedes Alter hat auch seinen Reiz. Du hast dir im Leben etwas erarbeitet, musst nicht mehr die Schulbank drücken, bist kein Azubi mehr, hast viele Krisen erfolgreich und tapfer gemeistert – sonst wärst du nicht mehr hier. Da wirst du dich doch nicht von ein paar Falten und einer 4 oder 5 vor deinem Lebensalter in die Knie zwingen lassen? Na also. Wenn du eine Beziehung dazu hast, dann kannst du es mit Affirmationen oder Meditation versuchen, um die positive Stimmung zu erhalten.

Merke: Insbesondere wenn du dich online auf die Suche nach neuem Partner begeben möchtest, kann die eine positive Ausstrahlung viele Türen öffnen.

Freu dich auf die Zukunft

Wenn du dein Leben neu bewertet und Pläne geschmiedet hast, hast du schon einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Zusammen mit der positiven Einstellung ist das bereits eine gute Basis. Nun solltest du noch eine Prise Freude dazu addieren. Nicht nur sachlich planen, eine Reise zu machen und schlicht festzustellen, dass du an deinem Alter ohnehin nichts ändern kannst. Nein!

Du musst dich darauf freuen, was das Leben dir noch bietet. Freu dich auf deine Reise, deinen Umzug, deine neue Dekoration im Wohnzimmer. Oder auf den Kurs bei der Volkshochschule, den du demnächst beginnen wirst. Freu dich auf eine glückliche Zukunft!

Treibe mehr Sport

Sport ist gesund. Das weißt du sicher schon. Denn er kann verschiedenen Krankheiten wie Herzkrankheiten und Übergewicht vorbeugen. Doch Psychologen bestätigen, dass Sport auch die Psyche stärkt und das psychische Wohlbefinden erhöht. Vor allem, weil er dich von deinen Problemen ablenkt. Solange du dich sportlich betätigst oder durch einen Wald joggst und die gute Luft einatmest, beschäftigst du dich nicht mit deinem Ärger im Job oder einer neu entdeckten Falte auf der Stirn.

Wenn nichts mehr geht – hol dir Hilfe!

Es kann sein, dass die Krise dich schon zu sehr im Griff hat und du bei der Erwähnung, dass du positiv denken und schöne Dinge planen sollst, nur müde mit den Mundwinkeln zuckst. Wenn du das Gefühl hast, es alleine nicht zu schaffen, dann hol dir Hilfe! Das ist völlig legitim. Manchmal schafft man es eben einfach nicht allein.

Wenn du einen Partner hast, dann sprich offen mit ihm darüber. Wenn du Single bist, vertrau dich Freunden oder Geschwistern an. Irgendjemand, der dich versteht und mit dem du über alles reden kannst.

Falls du niemanden hast oder niemandem traust oder einfach keinen damit belästigen willst, dann kannst du auch eine Therapie machen. Wenn du dich also schämst, jemandem von deinem Problem zu erzählen, dann such einen Psychologen auf, der dir beratend zur Seite steht. Das muss dir überhaupt nicht peinlich sein!

Was kannst du sonst noch tun?

Da dein Gedankenkarussell die Krise entscheidend verschlimmern kann und außerdem die geistige Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter abnimmt, ist die Förderung deiner geistigen Fitness eine gute Möglichkeit. Du kannst dich ablenken, Neues Lernen und gleichzeitig dein Gehirn auf Trab halten.

Warum hilft geistige Fitness?

Wenn du soziale Kontakte zu deinen Freunden pflegst und mit ihnen regelmäßig Erfahrungen oder auch neue Infos zum Tagesgeschehen austauschst, trainierst du erfolgreich dein Gehirn. Auch neue Dinge auszuprobieren, die du erst noch lernen musst, trainiert dein Gehirn und sorgt erwiesenermaßen für ein Glücksgefühl. Es unterbricht die Routine und das Gedankenkarussell und erhöht die Lebensfreude.

Wie kann ein psychologische Coaching weiterhelfen?

Wenn du nicht unbedingt zu einem Therapeuten gehen möchtest, dann hilft häufig auch der Weg zu einem Coach. Viele Karriere-Coaches oder andere speziell ausgebildete Personen können dir mit vielen Tipps zur Seite stehen. So ein Fachmann hat bereits einiges gehört und gesehen und kann die Erfahrungen aus anderen Fällen sowie sein Fachwissen optimal auch in eine Lösung für dich einfließen lassen.

Das hilft dir insofern weiter, als dass du dir zunächst vermutlich vorkommst, als hättest du ein Brett vor dem Kopf. Du brauchst ein Gegenüber, der dir hilft, deine Gedanken zu sortieren und der mit dir gemeinsam Lösungen erarbeitet. Dabei kommst du sicher auch auf Dinge, die dir selbst eingefallen wären, wärst du nicht so blockiert gewesen!

Fazit

Sobald du in die Midlife Crisis schlitterst, verändert sich dein Körper (die Wechseljahre lassen grüßen), häufig deine Einstellung und du bekommst Torschlusspanik. Besonders falls du einen Partner hast, der womöglich die Beziehung aufgrund seiner eigenen Midlife Crisis beendet hat, um mit einer 20 Jahre jüngeren Partnerin neu zu beginnen. Und sie dann verlässt, wenn sie 40 ist …

Jedenfalls kratzt das zusätzlich an deinem Selbstbewusstsein, das jetzt aufgrund der neu hinzugekommenen Falten, der schlaffen Haut und deiner Sinnkrise ohnehin schon nicht sehr groß ist. Aber es gibt Hoffnung! Die Krise findet nämlich nur in deinem Kopf statt und du kannst sie mit unseren Tipps erfolgreich überwinden und jetzt gleich neu durchstarten!


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